Die Winter am Balaton sind durch die Klimaveränderung zunehmend eisfrei, während der See weiterhin ein flaches Gewässer bleibt, das den Winden ausgesetzt ist. Die Fische, die im Winter kaum Nahrung finden, suchen geschützte Bereiche vor den Wellen und ziehen in großen Mengen in die Hafenbecken der Südküste, wo jedoch der Wasseraustausch begrenzt ist.
In den geschützten und schwach durchmischten Hafenbecken kann eine hohe Fischdichte zusammen mit dem Sauerstoffverbrauch durch Sedimente und der niedrigen Sauerstoffproduktion von Algen im Winter einen akuten Sauerstoffmangel hervorrufen, was zu massiven Fischsterben führen kann, wie das Pecaverzum berichtete.
Im Gegensatz zur Nordküste, wo das tiefere Wasser „durchströmende“ Häfen ermöglicht, entstehen an der Südküste aufgrund flacher Wasserverhältnisse typischerweise geschlossene, vertiefte Becken, die als Falle für die Fische wirken. Das Forschungsinstitut betont, dass dieses Phänomen hauptsächlich die einheimischen, biologisch bedeutendsten Fischarten des Balatons betrifft, die eine Schlüsselrolle für die Stabilität des Ökosystems des Sees spielen.
Die Anwesenheit der Kormorane ist nicht die primäre Ursache, sondern könnte vielmehr als verstärkender Faktor wirken, da ihre Jagd die ohnehin bereits kritische Fischdichte weiter erhöht. Eine dauerhafte Lösung liegt jedoch nicht in der Vertreibung der Kormorane, sondern in der Verbesserung der Durchlässigkeit und des Wasserflusses in den Häfen.
Experten sind der Meinung, dass das Problem nicht in direktem Zusammenhang mit den natürlichen Wasserstandsschwankungen des Balatons steht, sondern viel mehr aus den kombinierten Auswirkungen des Klimawandels und der menschlichen Bebauung der Ufer resultiert. Die derzeit durchgeführten Maßnahmen, wie Belüftung und die Vertreibung der Kormorane, können nur als symptomatische Behandlungen betrachtet werden. Eine echte Lösung erfordert eine komplexe, fachlich fundierte Hafenplanung, die die Auswirkungen des Klimawandels und das gesamte Funktionieren des Balatons berücksichtigt.











