Wissenschaftler des Instituto Butantan haben bei der Analyse einer kleinen Spinne eine faszinierende Entdeckung gemacht, die als ungewöhnliches „Halsband“ aus Milbenlarven beschrieben wird. Die neu identifizierte Art stellt die zweite dokumentierte Variante eines parasitären Milbenarten in Spinnen dar, die bereits in Brasilien beobachtet wurde.
Die betroffene Spinne gehört zu einer anderen Familie als die erste entdeckte parasitäre Milbe im Land, die Charletonia rocciai, die 1979 identifiziert wurde. Die neue Art wurde offiziell als Araneothrombium brasiliensis benannt, und ihr Vorkommen wurde in einem Artikel veröffentlicht, der in der Oktober-Ausgabe des International Journal of Acarology erschienen ist.
Diese Studie beschreibt erstmals die Larvenphase des Gattung Araneothrombium als Parasiten in drei verschiedenen Spinnenfamilien: Araneidae, Salticidae und Sparassidae. Diese Gattung wurde ursprünglich 2017 in Costa Rica charakterisiert, und ihre kürzliche Entdeckung in Brasilien deutet auf eine mögliche Anwesenheit in anderen tropischen Gebieten hin, wie die Forscher in einer offiziellen Mitteilung erklärten.
Nach Angaben des Portals Galileu wurde neben der beobachteten Spinne im Instituto Butantan der Milbe auch als Parasit in drei weiteren Familien junger Spinnentiere dokumentiert. Alle gesammelten Exemplare waren geschwollen, was darauf hinweist, dass sie sich ausreichend ernährt haben, bis sie eine beträchtliche Größe erreicht hatten. Diese Bedingung erklärt das auffällige Erscheinungsbild des „Perlenhalsbands“, das die Aufmerksamkeit der Wissenschaftler auf sich zog.
Ricardo Bassini-Silva vom Instituto Butantan erklärte: „Für diese Gruppe von Milben ist es nicht ungewöhnlich, viele parasitäre Arten nur anhand ihrer Larven zu identifizieren, da sie in der erwachsenen Phase zu räuberischen, freilebenden Kreaturen werden, die im Boden leben und sich von kleinen Insekten und sogar anderen Milben ernähren, was sie sehr schwer auffindbar macht.”
Die Entdeckung der Milben geschah zufällig; die betroffenen Spinnen waren mehrere Jahre lang im Instituto Butantan aufbewahrt worden und wurden erst von Forschern bemerkt, die sich mit der Untersuchung von Spinnen und Skorpionen beschäftigen und dieses auffällige Detail hervorhoben.
Die Milben ernähren sich von der Lymphe, einer lebenswichtigen Flüssigkeit, die durch den Körper der Gliederfüßer zirkuliert. Dieser Prozess erfolgt über den Pedicel, einen Bereich, der sich zwischen dem Cephalothorax (in dem sich Augen und Mund befinden) und dem Thorax der Spinnen befindet.
Bassini-Silva stellt klar: „Diese Region ist am anfälligsten für Angriffe von Milben, da andere Körperteile eine hohe Konzentration an Chitin aufweisen, die ein Exoskelett bildet, das für Fressfeinde schwierig zu durchdringen ist.”
Die Anfälligkeit ist bei jungen Spinnen noch ausgeprägter, da sie die Hauptopfer dieser Parasiten sind. Während der Jugendphase durchlaufen diese Gliederfüßer mehrere Häutungen ihres Exoskeletts, was sie während dieses Prozesses anfälliger für Angriffe macht.











