Nach der noch nicht überwundenen hydrometeorologischen Katastrophe wurde Westsumatra erneut von einem geologischen Unglück erschüttert, als sich ein Erdfall bildete. Dieses Phänomen, auch bekannt als „sinkhole“, tritt auf, wenn die untere Gesteinsschicht, die das Material an der Oberfläche stützt, zusammenbricht oder abgetragen wird. Am Freitag, den 4. Januar, kam es in der landwirtschaftlich genutzten Gegend von Jorong Tepi, Nagari Situjuah Batua, im Landkreis Lima Puluh Kota, Westsumatra, zu einem plötzlichen Erdabsacken. Der Durchmesser des mysteriösen Lochs lag bei über 10 Metern und könnte potenziell weiter anwachsen und tiefer werden.
Prof. Dr. Eng. Ir. Wahyu Wilopo S.T., M.Eng., IPM., Professor für Geotechnik an der Fakultät für Ingenieurwesen der UGM, erklärte, dass dieses Phänomen aus einer Kombination geologischer Faktoren resultiert, darunter das Lösen von Kalkstein, die Erosion von verfallendem Material und hohe Niederschlagsmengen. Besonders erwähnte er den Zyklon Senyar, der Ende November 2025 für starke Regenfälle sorgte. „Wir wissen, dass die Region Westsumatra aus mehreren Gesteinseinheiten besteht, einschließlich Kalkstein, und dass der Zyklon Senyar zur Entstehung des Erdfalls beigetragen hat. Eine vollständige Prävention ist schwierig, jedoch können Maßnahmen wie geologische Überwachung, Flächennutzungssteuerung und ein gutes Entwässerungssystem helfen“, sagte er während eines Treffens am Mittwoch, dem 7. Januar, auf dem Campus der UGM.
Typen und Ursachen von Erdfällen
Wahyu stellte fest, dass dieses Phänomen nicht in allen Bodentypen auftritt, sondern häufiger in bestimmten geologischen Bereichen wie Karstgebieten, hohlen Böden oder Gebieten mit menschlicher Aktivität, die das Lösen und die Erosion beschleunigen. In Karstgebieten kann Regenwasser Kalkstein lösen und unterirdische Hohlräume bilden. In hohlen Böden kann dies sowohl auf natürliche Höhlen als auch auf Bergbauaktivitäten zurückzuführen sein. Weiterhin fügte er hinzu, dass Gebiete mit abgetragenem vulkanischem Material anfälliger für Erosion und somit für Erdabsackungen sind. „Ein weiterer Faktor sind übermäßige Grundwasserentnahmen, die den Wasserspiegel senken, Hohlräume vergrößern und die Bodenstruktur schwächen, was zu Erdfällen führt,“ erläuterte er.
Folgen und Risiken
Das plötzlich entstehende Loch verändert nicht nur die Topografie der einst landwirtschaftlich genutzten Flächen, sondern kann auch die Flora und Fauna der Umgebung schädigen. Dieses Phänomen kann gefährliche Abfälle und Materialien in das unterirdische Wasser bedrohen. Die entstehenden Hohlräume erhöhen das Risiko weiterer Erdabsackungen in der Umgebung.
Wahyu wies darauf hin, dass die charakteristischen Merkmale von Erdfällen ohne Vorwarnung auftreten können. Dies stellt eine Gefahr für die Sicherheit der Menschen dar. Zudem stört die Zerstörung von Infrastrukturen die lokalen Aktivitäten und den wirtschaftlichen Zyklus. „Es erzeugt auch Angst und Trauma bei den betroffenen Gemeinschaften“, fügte er hinzu.
Maßnahmen zur Bewältigung von Erdfällen
Wahyu betonte, dass die Bekämpfung von Erdfällen nicht nur das Verschließen der Löcher umfasst, sondern auch die Wasserwirtschaft, die Stabilisierung des Bodens und die Einbeziehung der Gemeinschaft in die Risikowahrnehmung. Nach der Evakuierung von Anwohnern werden geologische und geophysikalische Untersuchungen zur Identifizierung der Lochtiefe durchgeführt, zum Beispiel mit geelektrischen, seismischen oder Bodenradarmethoden (GPR). Die Stabilisierung des Bodens kann durch das Auffüllen von festen Materialien oder durch Injektionstechniken (Grouting) erfolgen. Darüber hinaus sind Verbesserungen bei der Entwässerung und Wasserführung sowie die Ingenieurtechnik zur Verstärkung von Fundamenten erforderlich.
Obwohl diese Naturphänomene schwer zu verhindern sind, können ihre Auswirkungen minimiert werden. Er wies auf Warnzeichen wie Risse und Absenkungen der Erdoberfläche, schiefe Gebäude oder Bäume, Veränderungen im Wasserfluss und das Auftreten kleiner Löcher hin. Er forderte die Gemeinden in karstgefährdeten Gebieten auf, in Zusammenarbeit mit den Behörden zu handeln. „Die Regierung muss geologische Erhebungen zur Kartierung von Erdfallrisiken durchführen, und die Bürger müssen verdächtige Zeichen melden, wie bereits erwähnt. Daher ist eine gemeinsame Aufklärung wichtig, damit die Einwohner die Risiken und die erforderlichen Maßnahmen verstehen“, schloss er.
Autor: Hanifah
Redakteur: Gusti Grehenson
Foto: Kompas











