Die Kometa 3I/Atlas hat, obwohl sie die Erde bereits hinter sich gelassen hat und sich auf der Rückreise durch unser Sonnensystem befindet, die Gemüter weiterhin stark beschäftigt. Es gibt Menschen, die ihren Schlaf verlieren, weil die Physik dieses geheimnisvollen Objekts sie nicht zur Ruhe kommen lässt.
Avis Loeb und die Technologietheorie
Eine der bekanntesten Persönlichkeiten, die sich intensiv mit der Kometa 3I/Atlas auseinandersetzt, ist Avi Loeb, ein Astrophysiker von der Harvard-Universität. Er hat die Theorie popularisiert, dass die Kometa möglicherweise von einer technologischen Zivilisation erschaffen wurde. In jüngster Zeit hat sich Loeb besonders mit dem sogenannten Antischweif der Kometa 3I/Atlas beschäftigt.
Der ungewöhnliche Antischweif
Dieser atypische Jet, der aus plasmatischer Materie besteht, ist in die entgegengesetzte Richtung gerichtet als der typische Schweif einer Kometa. Loeb zieht einen anschaulichen Vergleich und sagt: „Dieser Typ (Kometa 3I/Atlas) in unserer Nachbarschaft ist kein gewöhnlicher Straßenkater, denn es scheint, als würde ein Schweif aus seiner Stirn hervortreten.“
Ein verblüffendes Phänomen
Besonders überraschend ist die Ausrichtung dieses Jets in Richtung Sonne. Normalerweise zeigt die verlängerte Struktur um eine Kometa in die entgegengesetzte Richtung zur Sonne. Die physikalische Erklärung ist einfach: Der Sonnenwind und die Sonnenstrahlung schaffen das Bild eines Schweifs, der sich von der Sonne weg erstreckt. Doch die Kometa 3I/Atlas zeigt einen physikalischen Antischweif, der eindeutig keine visuelle Illusion ist, die durch einen besonderen Beobachtungswinkel erzeugt wird, betont Loeb.
Wissenschaftliche Veröffentlichungen
Beeindruckt von diesem Phänomen hat der Wissenschaftler drei Artikel veröffentlicht (diese, diese und diese), in denen er versucht, die hinter dem Antischweif stehende Physik zu erklären. Dieser Antischweif gehört zu den Hauptanomalien und ist deutlich auf den Bildern nach dem Perihel sichtbar, die in den letzten Monaten aus verschiedenen Perspektiven aufgenommen wurden. Diese Fotos zeigen einen klaren Antischweif, der sich über 400.000 km vom Kern der Kometa 3I/Atlas in Richtung Sonne erstreckt und etwa 11-mal länger als breiter ist.
Hubble-Beobachtungen
Der Antischweif der Kometa 3I/Atlas ist auch im neuesten Bild des Hubble-Teleskops zu sehen, das am 7. Januar 2026 aufgenommen wurde. Der Einsatz des Larsson-Sekanina-Rotationsgradientenfilters, der eine kreisförmige, symmetrische Leuchterscheinung um den Kern der Kometa entfernt, deckt eine dreiteilige Struktur des Jets auf, mit einem Hauptantischweif, der auf die Sonne ausgerichtet ist. Zwei kleinere Jets sind im gleichen Winkel und gleich weit vom Antischweif entfernt und zeigen nicht die erwartete Ausrichtung hin zur Sonne, wie es bei bekannten Kometa-Schweifen der Fall wäre, beschreibt Loeb.
Eine weitere Anomalie
Zusätzlich betrachtet Loeb andere unerklärliche Anomalien. Die Rotationsachse der Kometa 3I/Atlas (die unsichtbare Linie, um die sie rotiert) ist nahezu perfekt auf die Sonne ausgerichtet. Die Kometa bewegt sich fast exakt in derselben Ebene, in der die Planeten unseres Sonnensystems kreisen. Dies kann mit dem Wurf eines Steins von außen verglichen werden, der perfekt flach über die Oberfläche eines Tisches hinweg fliegt, auf dem sich andere Objekte befinden.
Wahrscheinlichkeiten
Der Autor hebt hervor, dass es hier um zwei merkwürdige Tatsachen geht. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Achse der Kometa zufällig auf die Sonne ausgerichtet ist, liegt bei weniger als 1 Prozent. Ebenso liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Kometa zufällig in die Ebene unserer Planeten gerät, ebenfalls unter 1 Prozent. Verbindet man diese beiden Wahrscheinlichkeiten, ergibt sich, dass die Chance für ein solches Zusammentreffen weniger als 1 zu 10.000 beträgt.
Ein Ausblick auf die Möglichkeiten
Loeb wäre nicht er selbst, wenn er nicht etwas über die Möglichkeit der Existenz von Außerirdischen mitgeteilt hätte. Der Universum wird nicht wie ein einsamer Ort erscheinen, wenn wir Anwohner auf unserem kosmischen Boulevard finden. Das Entdecken dieser Anwohner könnte die Prioritäten der Menschheit über die Erde hinaus aktualisieren, so Loeb.
Inspirierende Zitate
Er fügt hinzu: „Auf dem Forum WORLD.MINDS, geleitet von dem scharfsinnigen Rolf Dobelli, stellte ich dem Historiker Sir Niall Ferguson die Frage: ‚Kann Wissenschaft der Menschheit helfen, eine deutlich bessere Zukunft als ihre Vergangenheit anzustreben?‘ Ferguson antwortete, dass Wissenschaft nicht von den Kräften der Politik getrennt ist. Er argumentierte, dass die Menschheit sich in der gesamten Geschichte als Krieger und Mörder entwickelt hat. Das 20. Jahrhundert brachte außergewöhnliche wissenschaftliche Durchbrüche und beispiellose Massenmorde. Niall schlug vor, dass diese Fakten nicht voneinander unabhängig sind.“
Niall hat recht, was unsere Vergangenheit betrifft. Ich hoffe jedoch, dass die Begegnung mit einer fortgeschritteneren außerirdischen Zivilisation unsere Zukunft verbessert, sobald wir Inspiration aus den Sternen schöpfen. Wie Oscar Wilde bemerkte: „Wir alle sind im Dreck, aber einige von uns schauen zu den Sternen“, schloss Avi Loeb.











