Das menschliche Gehirn speichert Erfahrungen und den dazugehörigen Kontext nicht gemeinsam, sondern in zwei separaten Gruppen von Neuronen, wie eine aktuelle Studie zeigt. Erst die Kombination beider Aspekte führt zu einer vollständigen Erinnerung. Die sogenannten Inhaltsneuronen sind dafür zuständig, die Informationen allein zu speichern, beispielsweise Details über ein Objekt oder eine Person. Im Gegensatz dazu speichern die Kontextneuronen lediglich die Umgebungsbedingungen. Diese Aufteilung der Aufgaben erhöht die Effizienz und Flexibilität unseres Gedächtnisses, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift „Nature“.
Das episodische Gedächtnis
Unser episodisches Gedächtnis ist sowohl umfassend als auch präzise. Es enthält umfangreiche Informationen und erinnert sich an das Aussehen zahlloser Personen, außerdem ist es in der Lage, Ereignisse aus der eigenen Kindheit wieder hervorzurufen. Allerdings arbeitet unser Gedächtnis nicht wie ein einfaches Fotoalbum. Bereits beim Speichern beeinflussen Emotionen, Erwartungen und interne Filtermechanismen, welche Informationen langfristig gesichert werden und welche nicht. Zudem können diese Gedächtnisinhalte nachträglich verändert und möglicherweise verfälscht werden.
Die Rolle der Konzeptneuronen
Um eine Erinnerung als vollständig zu betrachten, ist es notwendig, dass das Gehirn die Gedächtnisinhalte zusammen mit ihrem Kontext ablegt. Nur so ist es möglich, sich an dasselbe Individuum oder Objekt in unterschiedlichen Situationen zu erinnern. „Wir wissen bereits, dass in den Gedächtnisregionen des Gehirns spezielle Neuronen, die als Konzeptneuronen bezeichnet werden, auf diese Personen reagieren, unabhängig von ihrem jeweiligen Umfeld“, erklärt Seniorautor Florian Mormann von der Universität Bonn.
Zusammenarbeit zwischen Neuronen
Dennoch ist unklar, wie im menschlichen Gehirn Gedächtnisinhalte und deren Kontext auf der neuronalen Ebene verknüpft werden. Mormann und sein Team weisen darauf hin, dass bei Mäusen die Neuronen im Hippocampus die Erinnerungen zusammen mit ihrem Kontext abspeichern. Bei den menschlichen Konzeptneuronen ist dies jedoch nicht der Fall. Sie müssen mit anderen Neuronen und Hirnarealen kooperieren, um die Gedächtnisinhalte mit dem entsprechenden Kontext zu versehen.











