Das Vera C. Rubin Observatorium beherbergt die größte digitale Kamera der Welt, die täglich 1000 Bilder des Himmels aufnimmt und dabei 20 Terabyte an Daten sammelt. Der Large Synoptic Survey Telescope (LSST) hat eine Auflösung von 3,2 Gigapixeln, wiegt über 3 Tonnen und ist in etwa so groß wie ein Auto. Ein zentrales Merkmal ist die riesige Kamera, ergänzt durch einen 3,42 Meter großen Spiegel. Im Rahmen der Mission, die ebenfalls LSST heißt (Legacy Survey of Space and Time), wird die Kamera über einen Zeitraum von zehn Jahren den Himmel scannen und eine Art kontinuierliche Zeitrafferaufnahme des Universums erstellen.
Der Start der Mission ist für die kommenden Monate geplant, doch der Betrieb des Observatoriums hat bereits im letzten Jahr begonnen. In dieser Anfangsphase wurden auch Tests durchgeführt, um die Bilder zu überprüfen, die die spezielle Kamera anfertigen kann. Die Forschungsarbeiten, die auf Bildern des LSST aus April und Mai basieren, führten zum Aufspüren eines extremen astronomischen Objekts, das nur sehr selten während der Beobachtungen auftaucht: eines ultrahochrotierenden Asteroiden, der auf seltsame Weise nicht während seiner rasanten Drehung zerfällt.
Typischerweise bestehen Asteroiden aus locker zusammengesetzten Trümmern, die nicht stabil genug sind, um bei zu schneller Rotation intakt zu bleiben. Der neu entdeckte Asteroid vollzieht dagegen eine Umdrehung um seine Achse in nur 1,88 Minuten. Zum Vergleich: Laut einer Mitteilung des Vera C. Rubin Observatoriums liegt die Obergrenze für die Rotationsgeschwindigkeit von Kleinplaneten im Hauptasteroidengürtel bei 2,2 Stunden. Asteroiden, die schneller rotieren, fallen in die Kategorie der Superfast-Rotatoren und sind relativ selten.
Der Beispielasteroid mit einer Rotationsdauer von 1,88 Minuten (bezeichnet als 2025 MN45) wird auf eine Größe von etwa 710 Metern geschätzt. Damit ist er der schnellste Asteroid über 500 Meter, der bisher von Wissenschaftlern beobachtet wurde.
Neben diesem Rekordhalter entdeckte die Kamera 75 weitere Asteroiden, deren Rotationszeiten mit hoher Präzision berechnet werden können, darunter 19 neu entdeckte schnell rotierende Kleinplaneten. Von diesen 19 spendeten 18 im Hauptasteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter, was für die Astronomen eine besondere Überraschung darstellt, da die meisten derartigen Asteroiden bislang in Erdnähe entdeckt worden waren.
Foto: RubinObs/NOIRLab/SLAC/NSF/DOE/AURA, NSF–DOE Vera C. Rubin Observatory/NOIRLab/SLAC/AURA/P. Marenfeld
Die Digitalkamera mit der höchsten Auflösung der Welt könnte aus einer Entfernung von 25 Kilometern einen Golfball fotografieren. Die 3200 Megapixel Kamera, die für das Vera C. Rubin Observatorium entwickelt wurde, hat die Dimensionen eines Sport Utility Vehicles.











