In Podkarpazie hat ein so seltener Vogel seinen Weg zu einem Futterhaus gefunden, dass er in allen fachspezifischen Medien erwähnt wurde. Ein Weibchen des Weißkopfzilpzers ist eine echte Sensation, da diese Art in Polen erst zweimal gesichtet wurde.
Diese Geschichte bestärkt die Wichtigkeit der Vogelfütterung. Janusz Mendrala, ein Einwohner von Iwonicz (Woiwodschaft Podkarpazie), hatte das Glück, einen so außergewöhnlichen Gast in seinem Futterhaus zu empfangen, dass er die Vorstellungskraft von Vogelbeobachtern in ganz Polen entzündet hat. Unter einer Gruppe von häufigen, einheimischen Zilpzaren fand sich das Weibchen des äußerst seltenen Weißkopfzilpzers. Über diese Beobachtung berichteten unter anderem die Fachportale Clanga.com und die Facebook-Seite Birding Poland.
Die Hintergründe der bemerkenswerten Sichtung
Um mehr über die Sichtung dieses seltenen Gastes zu erfahren, haben wir Janusz Mendrala direkt befragt. Er beschreibt sein Treffen mit dem Weißkopfzilpzer: „Am 6. Januar beobachtete ich die Vögel, die sich an meinem Futterhaus erfreuten, und sah mir die zahlreiche Gruppe von Zilpzaren besonders genau an. Sie ernährten sich sehr intensiv am Futterhaus und auf einer in der Nähe befindlichen Schneeverwehung.”
„Dort, etwas abseits von den anderen Zilpzaren, war ein Vogel, dessen Farbschema deutlich von dem typischen für Zilpzaren abwich. Er war rötlich-braun mit einer rein weißen Unterseite. Das Gefieder wies keine gelben Farbtöne auf. Mein erster Gedanke war in Richtung des Bluthänflings, aber der Vogel hatte nicht die typischen dunklen Flecken am Hals.”
„Als ich diesen Vogel vor dem weißen Schnee beobachtete, hatte ich den Eindruck, dass er sich auflöste. Im Gegensatz dazu hoben sich die anderen Zilpzaren deutlich vom Schnee ab. Die fotografische Dokumentation erlaubte es mir, die Sichtung als ein Weibchen des Weißkopfzilpzers zu verifizieren. Am nächsten Tag gab mir die Anwesenheit des Vogels die Gelegenheit, weitere Fotos zu machen.”
Falls die Faunakommission die Beobachtung von Janusz Mendrala bestätigen sollte, wäre dies offiziell der dritte Nachweis der Art in Polen.
Der Weißkopfzilpzer: Ein sehr seltener Gast aus dem Osten
Der Weißkopfzilpzer (Emberiza leucocephalos) ist ein kleiner Vogel, der in Asien sowie an den östlichen Rändern Europas brütet. Diese Art ist Zugvogel; im Winter zieht sie unter anderem nach Afghanistan, Nepal, Iran und Japan, obwohl die Population aus China standorttreu ist. Außerdem ist er in Regionen wie Sibirien, der Mongolei und Turkmenistan anzutreffen. In Polen wurde er nur zweimal gesichtet, 1994 und 2015. Er ist hier streng geschützt. Die Länge beträgt 16 bis 18 cm, und Männchen im Brutkleid haben einen charakteristischen weißen Kopf.
Im Jahr 1994 hatte der Weißkopfzilpzer das Glück, mit einem Weibchen des gewöhnlichen Zilpzers zu brüten. Solche gemischten Bruten treten häufiger auf. Leider wurde das Nest von Räubern geplündert. Die Internationale Union für Naturschutz stuft den Weißkopfzilpzer als Art von minimaler Sorge ein.
Quellen: Clanga.com, Birding Poland, Janusz Mendrala











