Der schmelzende Gigant: Das Schicksal des Antarktis-Eisbergs A-23A

Der massive Eisberg A-23A hat in kurzer Zeit seine Farbe von strahlendem Weiß zu einem tiefen Blau verändert. Wissenschaftler befürchten, dass er die kommenden Sommermonate in Australien nicht überstehen wird.

Der Eisberg A-23A, der sich schnell verkleinert und intensiv blau wird, verliert infolgedessen an Masse, da sich das Schmelzwasser ansammelt. Dies beschleunigt das Auseinanderbrechen und nährt die Befürchtungen über das bevorstehende Ende seiner langen Reise.

Bereits seit vielen Jahren beobachten Satelliten den einst größten Eisberg der Welt. Die Veränderungen der Farbe von reinem Weiß zu zyanblau haben Aufsehen erregt.

Die Ursachen für die Farbveränderung

Eisberge können in verschiedenen Farben erscheinen. Viele sind weiß, weil Luftblasen, die während ihrer Bildung im Eis gefangen sind, die Lichtstreuung und Reflexion beeinflussen. Wenn das Eis altert, wird es komprimiert und die Luftblasen werden herausgedrückt, was das Eis klarer macht. Im A-23A-Problem zeigt sich ein spezifischer Prozess, bei dem das Schmelzwasser in den Vertiefungen des Eisbergs eine türkisfarbene Färbung entwickelt.

Die ergreifende Geschichte des A-23A

Der Eisberg brach 1986 vom Filchner-Schelfeis ab und blieb etwa 30 Jahre lang auf dem Meeresgrund der Weddellsee gefangen. Im Jahr 2023 gelang ihm die Befreiung und einige Monate lang war er in einem Strudel gefangen, der als Teil der Tilaro-Säule bezeichnet wird. Danach setzte er seine Reise fort und wurde im März 2025 erneut auf dem Meeresboden entdeckt.

Ein dramatischer Rückgang

Wissenschaftler haben lange den vollständigen Schmelzprozess dieses Eisbergs erwartet. Bereits im Januar 2025 wurde die Fläche des Eisbergs auf 3640 Quadratkilometer geschätzt, was ihn zu dem größten Eisberg der Welt zu dieser Zeit machte. Im September 2025 war seine Fläche jedoch auf nur noch 1700 Quadratkilometer geschrumpft.

Wie am 9. Januar 2026 berichtet wurde, betrug die Fläche des Eisbergs lediglich noch 1182 Quadratkilometer. NASA hebt hervor, dass der Eisberg „am Rande des vollständigen Zerfalls“ steht.

Die Aussicht auf das Ende

Der Eisberg bewegt sich derzeit in Richtung eines Gebiets, das als „Eisbergfriedhof“ bekannt ist, nahe der Südsandwichinseln, wo er wahrscheinlich schmelzen und sich erneut mit dem Ozean verbinden wird.

„Ich bin äußerst dankbar für die Satellitenressourcen, die es uns ermöglicht haben, ihn zu beobachten und seine Entwicklung so genau zu dokumentieren“, sagt Chris Shuman von der Universität Baltimore.

Er fügt hinzu: „A-23A steht das gleiche Schicksal bevor wie viele andere Antarktis-Eisberge. Sein Weg war außergewöhnlich lang und abenteuerlich. Es ist schwer zu glauben, dass er bald nicht mehr unter uns sein wird.“