Die Viskosität des Universums: Eine neue Theorie

Nach einer neuen Theorie könnte das Universum wie ein viskoses Fluid sein, ähnlich wie Honig. Diese Idee wurde in einem aktuellen Artikel veröffentlicht, der auf der Preprint-Plattform arXiv von Muhammad Ghulam Khuwajah Khan, einem Forscher am Indian Institute of Technology in Jodhpur, vorgestellt wurde. Laut diesem Artikel könnte der Raum eine Eigenschaft besitzen, die als Massenviskosität bezeichnet wird. Wenn sich diese Theorie als richtig erweist, könnte sie unser Verständnis darüber, was das Vakuum des Raumes wirklich ausmacht, erheblich erweitern. Viele Wissenschaftler glauben, dass ein erheblicher Teil des Universums aus einer geheimnisvollen Substanz besteht, die als Dunkle Energie und Dunkle Materie bekannt ist.

Das Vakuum im Raum

Wissenschaftler nutzen derzeit für ihre Untersuchungen das Lambda-CDM-Modell, um mathematisch zu beschreiben, wie sich die Big Bang-Theorie entwickelt hat. In diesem Modell wird erklärt, wie die Dunkle Materie die Galaxien zusammenhält und wie die Dunkle Energie die Expansion des Universums vorantreibt. Die Dunkle Energie wird dabei als kosmologische Konstante dargestellt, die mit dem griechischen Buchstaben Lambda bezeichnet wird, und sie gilt als unveränderlich. Allerdings haben Daten, die vom Dark Energy Spectroscopic Instrument (Desi) im vergangenen Jahr veröffentlicht wurden, darauf hingewiesen, dass möglicherweise grundlegende Missverständnisse in Bezug auf die Dunkle Energie bestehen. Diese Daten zeigen eine Diskrepanz zwischen den Standardtheorien und der tatsächlich beobachteten Geschwindigkeit, mit der sich Galaxien von uns entfernen.

Das viskose Fluid

Um diese Diskrepanz zu erklären, schlägt Khan vor, das Universum als eine Art Honig, also als ein viskoses und elastisches Fluid zu betrachten, das die von ihm „räumliche Phononen“ genannten Vibrationen enthalten kann. Diese Vibrationen, die von Atomen ausgestrahlt werden, erzeugen Druckwellen im Raum. Seine Theorie argumentiert, dass die Dunkle Energie den Raum zur Expansion treibt, während diese Phononen, die für den viskosen Effekt verantwortlich sind, die Expansion so stark verlangsamen, dass sie mit den beobachteten Werten zur Dunklen Energie übereinstimmt, die von Desi gesammelt wurden.

Weitere Untersuchungen

Obwohl die Studie zeigt, dass dieses einfache Modell mit den Desi-Daten in hoher Präzision übereinstimmt und möglicherweise einige Probleme löst, die durch die Standard-kosmologische Konstante entstanden sind, ist viel Vorsicht geboten. Laut LiveScience stellt diese neue Studie nur eine Hypothese dar, da die viskose Dunkle Energie einen grundlegenden Wandel in unserem Verständnis des Vakuums im Raum darstellen würde. Es werden daher weitere Daten erforderlich sein, die durch kontinuierliche Beobachtungen von Desi und Missionen wie dem Euclid-Weltraumteleskop gewonnen werden, um zu prüfen, ob diese Theorie zur Viskosität Bestand hat oder ob sie letztlich in Vergessenheit gerät.