In letzter Zeit ist die arktische Region verstärkt ins weltweite Rampenlicht gerückt. Der Anlass hierfür sind die scharfen Forderungen von Donald Trump, Grönland den USA zu unterstellen. Doch es gibt auch alarmierende Entwicklungen in den nördlichen Gewässern, die Beachtung finden müssen.
„Es ist erschreckend, wie schnell sich die Situation entwickelt. Wir wussten, dass dies irgendwann passieren würde, aber als ich es jetzt sah, war es wirklich ein Schock, dass noch ein Meilenstein erreicht wurde“, äußerte Céline Heuzé, Klimatologin an der Universität Göteborg, gegenüber der DN.
Revolutionäre Veränderungen der Eisbedingungen
Das Hauptaugenmerk liegt auf den Veränderungen des arktischen Eises. Während es bereits in der Vergangenheit vorkam, dass das Barentsmeer vor Norwegen im Winter eisfrei war, ist nun auch das Karasee nördlich von Russland ohne Eis. Es ist das erste Mal, dass beide Meere während der Wintermonate eisfrei beobachtet werden.
Wirtschaftliche Erschließung durch schwindende Eismengen
Das Fehlen von Eis eröffnet Möglichkeiten zur Erwirtschaftung wirtschaftlicher Gewinne in der Region. Dies könnte bedeuten, dass Ölbohrungen zunehmen oder neue Möglichkeiten für den Schiffsverkehr entstehen. „Derzeit ist es sehr unregelmäßig, wo und wie lange es eisfrei bleibt. Aber Russland weiß bereits, dass das Sommer-Meereseis im Grunde genommen von ihrem Kontinentalsockel verschwunden ist, was ihre wirtschaftlichen Aktivitäten dort erhöht hat“, so Heuzé weiter.
Zunehmendes Interesse und militärische Spannungen
Das schmelzende Eis zieht viele Interessenten an. Gleichzeitig erhöht es jedoch das Risiko militärischer Konflikte in der Region, die momentan in zwei Hauptteile gegliedert ist: Der eine wird hauptsächlich von Russland kontrolliert, der andere von NATO-Ländern. „Die Sicherheitslage in der Arktis verschlechtert sich, und die Spannungen nehmen aufgrund der Konfrontation zwischen Russland und dem Westen zu“, berichtet Harri Mikkola, Finnlands Vertreter im Arktischen Rat, an Yle.
Die Nachwirkungen des Kalten Krieges
Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde die Arktis zu einer Verbindung zwischen Russland und dem Westen. Kooperationen im Bereich der biologischen Vielfalt, des Klimas und des Schutzes der Rechte indigener Völker wurden vom Arktischen Rat vorangetrieben. „Eine Zeit lang wurde auch bei Sicherheitsfragen zusammengearbeitet“, berichtete CNN.
Doch seit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine hat sich die Beziehung erheblich verschlechtert, was auch die Sicherheitslage in der Region negativ beeinflusst hat.











