Das Klima in Finnland könnte in den kommenden Jahrzehnten erheblich kälter werden. In der Zukunft könnten die Finnen unter Temperaturen leiden, die den eisigen Bedingungen in Ostsibirien ähnlich sind. Dies ist auf das tatsächliche Risiko einer Schwächung oder sogar zum Stillstand des Atlantischen Meridionalen Umwälzzirkulation (AMOC) zurückzuführen, wie Professor Petteri Uotila vom Institut für Meteorologie der Universität Helsinki erläutert.
AMOC ist eine bedeutende Meeresströmung im Atlantischen Ozean, die als riesige Wärmepumpe fungiert. Sie transportiert warmes Meerwasser in unsere Breiten, das wiederum die Luft erwärmt, und transportiert kühles Meerwasser ab. Eine signifikante Schwächung von AMOC würde zu einer Abkühlung des Klimas in Finnland führen.
Im September wurde berichtet, dass frischeste Forschungsergebnisse zeigen, dass der Zusammenbruch dieser für das Klima entscheidenden Atlantikströmung nicht mehr unwahrscheinlich ist. „Ein Stillstand des Stroms würde vor allem die winterlichen Temperaturen betreffen. Es würde auch die Sommer etwas kühler machen, aber nicht im gleichen Maß wie den Winter“, erklärt Uotila.
Im schlimmsten Fall könnten die Temperaturen in Finnland um mehrere Grad sinken. „Laut Klimamodell-Simulationen könnten die monatlichen Durchschnittstemperaturen um bis zu zehn Grad fallen. Diese Situation wäre mit Ostsibirien vergleichbar, wo AMOC nicht wärmt“, fügt er hinzu. Berichten zufolge könnten die Temperaturen im Winter sogar bis auf -50 Grad Celsius fallen.
Die Seemannsgewerkschaft veröffentlichte kürzlich eine Mitteilung, in der sie darauf hinweist, dass die jetzt geborenen Generationen in Finnland unter „Tundra-Bedingungen“ leben müssten.
AMOC könnte laut einigen Schätzungen um das Jahr 2050 einen „Kippunkt“ erreichen, möglicherweise bereits in den 2030er Jahren, sagt Uotila. „Danach würde es sich so verlangsamen, dass es etwa einhundert Jahre dauern könnte, bis es zum Stillstand kommt. Das Problem würde an künftige Generationen weitergegeben.“
Der Experte weist darauf hin, dass diese Bedrohung in den kommenden Jahrzehnten ernst genommen werden muss. „Es scheint, dass das Risiko einer signifikanten Schwächung des AMOC-Stromes vorhanden ist, dies sollte ernst genommen werden, insbesondere in Bezug auf mögliche Vorkehrungen.“
Uotila nennt als Beispiel, dass eine Zunahme der Kälte Auswirkungen auf die Eisbedeckung der Meere haben würde. Die Ostsee würde früher zufrieren und das Eis würde später schmelzen. Dies könnte Auswirkungen auf die Warenbeförderung von und nach Finnland haben.
Darüber hinaus würde die Verschärfung der Kälte weitreichende Folgen für die finnische Gesellschaft haben. Neben einer kürzeren Wachstumsperiode würden auch die Niederschlagsmengen zurückgehen, was die Landwirtschaft betreffen würde.
Das kalte Wetter würde mehr Energie für die Heizung von Gebäuden erfordern, was die Energiekosten erhöhen könnte. Zudem könnten stärkere Stürme auftreten, da die Temperaturunterschiede zwischen Nordeuropa und den umliegenden Gebieten zunehmen würden.
Es wäre von entscheidender Bedeutung, den Klimawandel zu verlangsamen, um einen Stillstand des Meeresstroms zu verhindern. Dies liegt daran, dass eine Erwärmung des Klimas zu einer Verlangsamung des AMOC führt. Wenn die globale Erwärmung unter Kontrolle gebracht werden kann, könnte der Stillstand des Meeresstroms möglicherweise verhindert werden.
„Wir müssten die Treibhausgasemissionen reduzieren und die globale Erwärmung eindämmen, denn dadurch würde die Wahrscheinlichkeit eines Stillstands des AMOC-Stromes erheblich sinken“, schließt er.











