Selbst ein Gerät, das mit einer der bedeutendsten wissenschaftlichen Entdeckungen der Geschichte verbunden ist, benötigt eine Modernisierung. Der Große Hadronenbeschleuniger wird vorübergehend außer Betrieb genommen, jedoch nicht für immer. Führende Wissenschaftler diskutieren bereits über die endgültige Stilllegung des renommierten Teilchenbeschleunigers, wie die Webseite „Futurism“ berichtet.
Die unterirdische Anlage besteht aus einem ringförmigen Tunnel mit einer Länge von etwa 26 Kilometern an der Schweizer-französischen Grenze. Diese Einrichtung wurde konzipiert, um extremen Bedingungen im Universum kurz nach dem Urknall nachzueifern, indem Teilchen auf Geschwindigkeiten nahe der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden – ein Moment, in dem sich die Physik auf ungewöhnliche und nicht-intuitive Weise verhält. Im Jahr 2012 wurde mithilfe des Beschleunigers das Higgs-Boson entdeckt – ein Elementarteilchen, das durch komplexe quantenmechanische Eigenschaften die Grundlage für die Masse aller anderen Teilchen bildet.
Obwohl das Gerät mit einer so bedeutsamen Entdeckung assoziiert wird, ist eine umfassende Aktualisierung erforderlich. Ab Juni werden Ingenieure mit einer umfangreichen Renovierung beginnen, die es der Maschine ermöglichen wird, zehnmal mehr Teilchenkollisionen durchzuführen als bisher. Dies wird den Weg für erheblich mehr Experimente und neue Datenmengen ebnen. Das Projekt, bekannt als der Hochhelligkeits-Große Hadronenbeschleuniger, wird etwa fünf Jahre in Anspruch nehmen – eine erhebliche Phase der Unterbrechung, jedoch mit langfristigen wissenschaftlichen Vorteilen.
Während der Stillstand des Beschleunigers jedoch bevorsteht, ist sich Mark Thompson, der neue Generaldirektor von CERN – der zwischenstaatlichen Organisation und wissenschaftlichen Einrichtung, die den Beschleuniger betreibt – sicher, dass es genügend Arbeit für die Physiker geben wird, um zu analysieren. „Die Maschine funktioniert brillant und wir sammeln immense Datenmengen“, sagte Thompson. „Es wird ausreichend Material für Untersuchungen in diesem Zeitraum geben. Die Ergebnisse in der Physik werden weiterhin kommen.“
Der Große Hadronenbeschleuniger wird während der gesamten Amtszeit von Thompson, die mit dem neuen Jahr begonnen hat, stillgelegt sein. Bei CERN wird nicht erwartet, dass die aktualisierte Version vor Mitte der 2030er Jahre wieder in Betrieb genommen wird. Dennoch betrachtet der neue Leiter den Zeitraum nicht als weniger aufregend. „Dies ist ein äußerst interessantes Projekt. Es ist spannender, als nur zu sehen, dass die Maschine ununterbrochen läuft“, erklärte er.
Parallel zur Modernisierung übernimmt Thompson die Führung in einer Zeit, in der CERN einen Nachfolger für den aktuellen Beschleuniger plant. Der führende Kandidat ist der zukünftige ringförmige Beschleuniger, der mit einem Umfang von etwa 90 Kilometern den derzeitigen Hadronenbeschleuniger bescheiden erscheinen lassen würde. Die erste Phase, die für Kollisionen zwischen Elektronen und Positronen vorgesehen ist, ist für Ende der 2040er Jahre geplant, während die zweite Phase in den 2070er Jahren Protonen auf noch höhere Geschwindigkeiten beschleunigen würde.
Das Schicksal dieses Projekts bleibt unsicher. Die geschätzten Kosten von fast 19 Milliarden Dollar sind für CERN ohne externe Unterstützung unerschwinglich, und in der wissenschaftlichen Gemeinschaft wird auch diskutiert, ob solche riesigen Beschleuniger das beste Instrument sind, um fundamentale Fragen wie die Natur der Dunklen Materie und Dunklen Energie zu erforschen.
Trotz dieser Zweifel bleibt Thompson ein überzeugter Befürworter des „Großen Teilchenbrechers“. „Wir haben noch nicht den Punkt erreicht, an dem die Entdeckungen zum Stillstand kommen. Der zukünftige ringförmige Beschleuniger ist der nächste logische Schritt. Unser Ziel ist es, das Universum auf der grundlegendsten Ebene zu verstehen, und das ist sicherlich nicht der richtige Zeitpunkt zum Aufgeben“, betonte er.











