Mark Zuckerberg betont seit Monaten, dass Künstliche Intelligenz „die wichtigste Technologie unserer Zeit“ sei. Nach den weniger erfolgreichen Versuchen im Bereich des Metaverse hat er entschieden, nahezu alles in die Künstliche Intelligenz zu investieren. Genauer gesagt fließen Milliarden in die Infrastruktur, die Rekrutierung von Talenten und als Höhepunkt dieser Bemühungen die hochkarätige Anstellung von Alexandr Wang, dem jungen Milliardär und Gründer von Scale AI.
Ein bemerkenswerter, aber kostspieliger Schritt
Meta investierte etwa 10 Millionen Dollar (einschließlich Gehalt, Boni und anderer Vorteile), um Wang zu gewinnen und ihm die Leitung des neuen Meta Superintelligence Lab zu übertragen, welches das Ziel hat, fortschrittliche KI-Modelle zu entwickeln. Sechs Monate nach Wangs Einstellung zeigen sich jedoch bereits ernsthafte „Risse“ in der Beziehung zwischen Zuckerberg und Wang, wie die italienische Webseite „contradadomaro“ berichtet.
Eine Einstellung zur Neuausrichtung
In den letzten Jahren hat Meta im Bereich der Künstlichen Intelligenz im Vergleich zu Wettbewerbern wie OpenAI und Google erheblich zurückgefallen. Die Veröffentlichung der LLaMa-Modelle hatte nicht den erwarteten Erfolg und im Unternehmen wurden strukturelle Probleme wie fragmentierte Teams, interne Konflikte zwischen Forschern und eine offensichtliche Abwesenheit strategischer Führung in der KI-Entwicklung hörbar.
Zuckerberg reagierte, indem er die Entscheidungsfindung zentralisierte und die Bewegungen beschleunigte. Wangs Anstellung war Teil dieser Strategie. Mit 28 Jahren repräsentierte Wang eine neue Generation von Technologieführern mit starken Verbindungen zum Silicon Valley und einer Startup (Scale AI), die entscheidend für das Training fortschrittlicher Modelle durch massenhafte Datenkennzeichnung war. Für Zuckerberg verkörperte Wang zwei Tugenden: Schnelligkeit und Ambition.
Herausforderungen durch Mikromanagement und Spannungen
Wangs Einstieg bei Meta verlief nicht reibungslos. Nach Angaben italienischer Quellen in der Nähe des neuen KI-Leiters hat Wang privat darüber geklagt, dass Zuckerberg einen erdrückenden Führungsstil hat, wobei er persönlich technische Entscheidungen, Produktprioritäten und die Struktur der Teams überwacht. Diese Tendenz bei Meta hat den Spitznamen „Auge des Sauron“ erhalten. Wenn Zuckerberg sich auf ein Projekt konzentriert, dreht sich alles um ihn. Einige langjährige Mitarbeiter berichten, dass dieser Ansatz in der Vergangenheit zu Erfolgen, wie dem Übergang zu mobilen Geräten, geführt hat. Andere hingegen betonen, dass dies heute eine konstante Quelle von Spannungen darstellt.
Wang, der daran gewöhnt ist, ein Startup mit großer Autonomie zu leiten, fand sich plötzlich in einem großen Unternehmen wieder, in dem jeder strategische Schritt die sofortige Zustimmung des CEOs benötigt. Das Ergebnis war Konflikt. Auf der einen Seite ein Gründer, der die Kontrolle fordern will, und auf der anderen ein junger Direktor, der mit einer neuen Perspektive in das Unternehmen kam.
Die Spannungen beschränken sich nicht nur auf den Führungsstil. Einige Mitarbeiter und Direktoren stellen in Frage, ob Wang die Erfahrung hat, eine KI-Organisation mit der Größe und Komplexität von Meta zu leiten, da sein eigenes Unternehmen (Scale AI) Betätigungsfeld in der Datenverarbeitung hatte, die von anderen verwendet wurden, um Sprachmodelle zu entwickeln. Jetzt muss Wang Teams koordinieren, die bestrebt sind, Künstliche Intelligenz zu schaffen, die mit den fortschrittlichsten Systemen der Welt konkurrieren kann.
Abgänge und gestiegene Zweifel
Die Zweifel verstärkten sich mit dem Abgang wichtiger Persönlichkeiten: Yann LeCun, Chief AI Scientist bei Meta und Turing-Preisträger, verließ das Unternehmen, als er unter Wangs Führung gestellt wurde. LeCun war offen gegen die Strategie, die sich auf große Sprachmodelle konzentrierte, da er diese als Sackgasse betrachtete und beobachtete, wie die Ressourcen seines Labors in die neue „Richtung übermenschlicher Intelligenz“ gelenkt wurden. LeCuns bevorstehender Abgang vor einem Monat wurde von vielen als Zeichen interpretiert, dass Meta langfristige Forschung zugunsten sofort sichtbarer Ergebnisse opfert.
Milliarden in… Gefahr
Die finanziellen Dimensionen erhöhen den Druck. Meta hat seine Ausgaben auf Rekordniveau gesteigert, indem es in Rechenzentren, spezialisierte Chips und Schulden investierte, um massive Infrastrukturen zu finanzieren. Investoren beobachten besorgt die Liquidität, während Zuckerberg darauf besteht, dass das eigentliche Risiko darin besteht, nicht genug auszugeben.
In diesem Zusammenhang wird der Erfolg oder Misserfolg des Duos Zuckerberg–Wang entscheidend. Das unter Wangs Leitung stehende Labor bereitet die Veröffentlichung eines neuen KI-Modells, das von Grund auf entwickelt wurde, in den kommenden Monaten vor. Wenn es erfolgreich ist, könnte Meta technologische Glaubwürdigkeit zurückgewinnen. Sollte es jedoch scheitern, könnte die interne Spannung zu weiteren Abgängen von Talenten und zu starken Druck von den Aktionären führen, nach zwei teuren und gescheiterten „Wette-Geschäften“ in die Zukunft.











