Peru hat mit dem rechtlichen Schutz der honigbienen ohne Stachel und ihrer Lebensräume einen bisher beispiellosen umweltrechtlichen Präzedenzfall geschaffen. Zwei auf lokaler Ebene erlassene Entscheidungen haben diese Insekten als Träger von Rechten anerkannt, was weltweit eine neuartige Form des rechtlichen Schutzes für Insekten darstellt.
In diesen Beschlüssen wurde erkannt, dass das Überleben der honigbienen ohne Stachel eng mit der Erhaltung ihrer natürlichen Lebensräume verknüpft ist. Aus diesem Grund fallen auch die mit diesen Bienen verbundenen Ökosysteme unter den gleichen rechtlichen Schutz, wie von ABC erklärt.
Honigbienen ohne Stachel gelten als die ältesten Bienenarten der Erde. Die Urteile betonen, dass deren Schutz nicht von der umfassenden Pflege der Gebiete, in denen sie leben, getrennt werden kann.
Rechtliche Entscheidungen in Satipo
Eine der relevanten Entscheidungen wurde in der provinziellen Gemeinde Satipo getroffen, die die Verordnung 33-2025-CM erließ. Diese Regelung erkennt das Recht der honigbienen ohne Stachel an, zu existieren und ihre Populationen auf einem gesunden Niveau zu halten.
Die Verordnung legt fest, dass diese Insekten das Recht haben, sich in einer gesunden, unverschmutzten Umgebung zu entwickeln, die frei von den Auswirkungen menschlicher Aktivitäten ist, die ihnen körperlichen Schaden zufügen oder ihre Gesundheit beeinträchtigen könnten.
Ferner beschreibt der Text, dass sowohl die Bienen als auch die von ihnen besiedelten Lebensräume vor invasiven Arten geschützt werden müssen, da diese einen erheblichen Risikofaktor für ihr ökologisches Gleichgewicht darstellen.
Verbindung zwischen Überleben und Habitat
Die ergriffenen Maßnahmen erkennen ausdrücklich den direkten Zusammenhang zwischen dem Überleben der honigbienen ohne Stachel und der Erhaltung ihrer Lebensräume an. Aus diesem Grund wurden die Ökosysteme, die mit diesen Arten verbunden sind, ebenfalls als Träger von Rechten deklariert, um angemessene Bedingungen für ihren Schutz sicherzustellen.
Mit diesen Regelungen hat Peru das erste Land der Welt etabliert, das Insekten zumindest durch lokale Urteile und Verordnungen rechtliche Rechte verleiht.
Regionale Perspektive: Der Fall Kolumbien
Während Peru in der rechtlichen Anerkennung Fortschritte machte, hat die Meliponizide, also die Zucht von einheimischen, stachellosen Bienen, in Kolumbien in den letzten Jahren signifikant zugenommen. Diese Aktivität hat sich als produktive Alternative zur familiären Landwirtschaft und der Erhaltung der Biodiversität etabliert.
Ein Bericht des Instituto Humboldt, in Zusammenarbeit mit der Universidad Nacional de Colombia und spezialisierten Organisationen, stellte fest, dass dieses Wachstum in einem Kontext wissenschaftlicher Lücken und eines Fehlens spezifischer umweltrechtlicher Regelungen stattfand.
Der Bericht wies auf große taxonomische Lücken hinsichtlich der einheimischen, stachellosen Bienen hin, was das Wissen über ihre Vielfalt und ihren Erhaltungszustand einschränkt.
Merkmale und Bedrohungen der Meliponinen
Die stachellosen Bienen, auch Meliponinen genannt, sind soziale Bienen mit atrofierten Stacheln. In Kolumbien sind sie in Höhenlagen von 0 bis 3.400 Metern über dem Meeresspiegel verbreitet, vor allem in tropischen Wäldern, die von trockenen bis sehr feuchten montanen Wäldern reichen.
Der Bericht warnt, dass sowohl ihre Nutzung als auch ihr Schutz Risiken mit sich bringen. Zu den Hauptbedrohungen zählen der Verlust von Lebensräumen, die Umweltverschmutzung durch chemische Pestizide sowie die übermäßige Ausbeutung von Wildnester.
Diese Situation ist Teil der globalen Biodiversitätskrise, die einen beschleunigten Rückgang der Bienenpopulationen, insbesondere in Ländern mit industrialisierter Landwirtschaft, zur Folge hat.
In Kolumbien wurden rund 120 Arten von stachellosen Bienen dokumentiert. Im Jahr 2020 waren jedoch nur 44 Arten in 175 aktiven Meliponarien registriert, mit insgesamt 4.823 Bienenvölkern.
Die am häufigsten gezüchtete Art war Tetragonisca angustula mit 1.496 Bienenvölkern, gefolgt von Melipona eburnea mit 849 Bienenvölkern. Mindestens ein Meliponarium wurde in 23 Departements erfasst, wobei Antioquia mit 66 die meisten hatte, gefolgt von Cundinamarca mit 14 und Caldas mit 11.











