Als Maëlan Goovarets noch ein Kind war, overflowte die Chemie bereits den Rahmen. Eines Tages explodierte eine Glasflasche im Gefrierschrank. „Wir wussten nie, in welchem Zustand wir das Haus antreffen würden“, erinnert sich heute Joëlle, seine Mutter, schmunzelnd. In Pontivy war wissenschaftliche Neugier für die Familie Goovarets nie ein Tabu.
Die Leidenschaft für Experimente
Zehn Jahre später hat Maëlan, mittlerweile 20 Jahre alt, nichts von seiner Experimentierfreude eingebüßt. Neben Videospielen, Informatik und Triathlon, um den Ausgleich zu halten, hat er einen Erfolg erzielt, der ihn weit von der Bretagne entfernt hat: Er wurde an der École supérieure de physique et de chimie industrielles (ESPCI) in Paris aufgenommen, einer der selektivsten wissenschaftlichen Schulen des Landes. In seiner Jahrgangsstufe sind nur drei Bretons, und er ist der einzige Morbihannais.
Ein unerwarteter Erfolg
„Die Zulassung war eine Überraschung für mich. Ich dachte, ich würde bei den mündlichen Prüfungen versagen. Doch die Professoren haben mich gut vorbereitet, und ich wurde unter die 100 Studenten aufgenommen“, erzählt Maëlan. So unkompliziert hat er die Schule seiner Träume erreicht. Mit modernen Laboren, forschenden Lehrkräften als Professoren und einem Studentenwohnheim, das ausschließlich für seine Jahrgangsstufe reserviert ist. Seit September lebt er seinen Traum in Paris, an einer Institution, die seit dem frühen 20. Jahrhundert sechs Nobelpreisträger hervorgebracht hat. „Marie Curie war hier. Auch ihr Ehemann Pierre Curie, ihr Schwiegersohn Frédéric Joliot-Curie und drei weitere außergewöhnliche Physiker und Chemiker.“
Ein unterstützendes Umfeld
Als Jüngster von vier Geschwistern wuchs Maëlan in einem förderlichen Umfeld auf: Zwei Elternteile sind Tierärzte, ein Bruder ist Krankenpfleger, ein anderer Informatiker, und eine Schwester arbeitet im Nuklearbereich. „Er hat hart gearbeitet“, betont seine Mutter. Sein Vater, Vincent, ergänzt: „Wenn er sich etwas vornimmt, dann gibt er nicht auf. Beim Triathlon trainierte er jeden Abend und legte am Wochenende Kilometer auf dem Rad zurück!“
Stolz aus der Provinz
Der Sport half Maëlan, während seiner zweijährigen Vorbereitungsklasse an der Lycée Dupuy-de-Lôme in Lorient fokussiert zu bleiben. „Als ich in der Schule war, diente Sport zur Beschäftigung, während meiner Zeit in der Vorbereitungsklasse half er mir, den Stress abzubauen.“ In der Schule wird er als „sehr guter Schüler“ beschrieben. Maëlan selbst spricht lieber von einem „Bereich, der ihm Spaß macht“. „Es ist viel Arbeit, aber da ich es mag, bin ich niemals hinterhergefallen“. Laut Jean-Christophe Bidet, dem Direktor der Einrichtung, ist es „eine enorme Ehre“ und nicht unbedingt zufällig. „Wir sind eine ‚Provinz-Vorbereitung‘, aber das ist eine Chance. Unser Lehrteam kümmert sich besonders um das Wohlbefinden der Studierenden.“
Ausblick auf die Zukunft
An der ESPCI hat der angehende Chemiker größere Ambitionen. Wie 80% seiner Kommilitonen strebt auch er einen Doktortitel an. „Das ist auch der Plan, als ich hierher kam. Im Gegensatz zu vielen anderen Schulen haben wir bereits die Räumlichkeiten und Kontakte für die Forschung, was die Sache erheblich erleichtert.“ Zudem gestattet er sich, zu träumen: „Wenn ich anmaßend sein darf, würde ich sagen, ich möchte die Menschheit voranbringen. Den Blinden das Sehen zurückgeben oder genetische Krankheiten heilen. So etwas“. Er sieht sich als Forscher, aber vor allem als „Entdecker“.











