Dieser Artikel wurde produziert und finanziert von der Universität Bergen.
Ein bestimmtes Familienmitglied hat einen wesentlichen Einfluss darauf, ob Sie Ihre Haare verlieren – und es ist nicht Ihr Vater. Man ist eine Mischung aus den Eigenschaften von Mutter und Vater. Allerdings gibt es einige Merkmale, die stärker von einer Seite abgeleitet werden können.
Es gibt Eigenschaften, bei denen die Gene eines Elternteils mehr Einfluss haben als die des anderen. Wissenschaftler und Genetiker Stefan Johansson erklärt es so: „Ich bin schuldig daran, nach äußeren Ähnlichkeiten zu suchen, doch in der Realität erben wir alle unsere Eigenschaften von beiden Elternteilen. Daher ist die Form der Nase sowohl das Ergebnis der Gene der Mutter als auch des Vaters, auch wenn sie mehr nach der Nase des Vaters aussieht.“
Das Lotteriespiel der Gene
Die meisten unserer Eigenschaften werden nicht von einer einzigen Genvariante bestimmt, sondern von einer Vielzahl von Genen. Zum Beispiel wird die Körperhöhe von tausenden von Genen beeinflusst. Die Weitergabe von Merkmalen erfolgt wie ein Lotteriespiel. Zwei große Eltern haben mit hoher Wahrscheinlichkeit große Kinder, weil sie mehr Gene haben, die mit Größe in Verbindung stehen, erklärt der Forscher.
Der Einfluss des Geschlechtschromosoms auf Haarausfall
Einer der größten Wünsche vieler Männer ist es, ein volles und dickes Haarleben lang zu haben. Deshalb schauen viele in ihrer Familie zurück, um vorherzusagen, wie es um ihr eigenes Haarflauten steht. Forschungen zeigen, dass es sich lohnt, besonders auf eine Seite zu schauen, und die Erklärung dafür ist etwas kompliziert.
Unsere Gene sind in Chromosomen organisiert, die lange Stränge aus DNA und Proteinen sind. Die Hälfte der Chromosomen stammt von der Mutter und die andere Hälfte vom Vater. Eine Art von Chromosomen, die Geschlechtschromosomen, unterscheidet sich jedoch etwas. Männer haben ein X-Chromosom und ein Y-Chromosom, während Frauen zwei X-Chromosomen besitzen. Dadurch müssen Männer ihr X-Chromosom von der Mutter und ihr Y-Chromosom vom Vater erben, so Johansson.
Wenn bestimmte Genvarianten besonders mit dem X-Chromosom verknüpft sind, bedeutet das, dass man Eigenschaften eher von der Mutter als vom Vater erben kann.
Studien über Haarausfall
Untersuchungen haben gezeigt, dass es tatsächlich eine Ansammlung von Genen für Haarausfall auf dem X-Chromosom gibt, erklärt der Wissenschaftler. Da Frauen jedoch selten Haare verlieren, müssen Männer bis zu ihrem Großvater mütterlicherseits schauen, um herauszufinden, welche Gene sie möglicherweise tragen.
„Der Haarausfall des Großvaters ist daher ein guter Indikator dafür, wie lange Sie vermutlich Ihr eigenes Haar behalten können“, sagt Johansson.
Dennoch sollte man sich nicht ganz entspannen, wenn man einen kahlköpfigen Vater hat. „Obwohl die Gene der Mutter in diesem Fall am wichtigsten sind, spielen auch die Gene des Vaters eine Rolle“, fügt er hinzu.
Weitere Informationen
Hören Sie den Podcast „UiB Popviten“, der sich mit der Rolle der Gene beschäftigt und Themen wie Vererbung von Musikalität, Fettleibigkeit, ADHS und sogar möglichen Trauma-Vererbung behandelt. Der genetikprofessor Stefan Johansson führt uns durch das menschliche Genom. Der Link zur gesamten Episode finden Sie am Ende des Artikels.
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