Die Rolle von Lebensgewohnheiten in der Erhaltung der Gehirngesundheit

Eine kürzlich veröffentlichte Studie hat ergeben, dass die Annahme von fünf einfachen Lebensgewohnheiten dazu beitragen kann, die Gesundheit des Gehirns zu bewahren und das „Gehirnalter“ um bis zu acht Jahre jünger zu machen als das tatsächliche chronologische Alter.

Die Forschung, die im wissenschaftlichen Journal Brain Communications veröffentlicht wurde, untersuchte den Einfluss alltäglicher Gewohnheiten auf das Altern des Gehirns, insbesondere bei Menschen mit chronischen Schmerzen – einer Bedingung, die häufig mit einem Rückgang der kognitiven Funktionen assoziiert wird.

Die Forscher analysierten Daten von über 100 Teilnehmern im Alter von 45 bis 85 Jahren, die über einen Zeitraum von zwei Jahren im Rahmen einer größeren Studie zu Schmerzen und dem Risiko für Arthrose beobachtet wurden. Der Grad der chronischen Schmerzen wurde für jeden Teilnehmer auf einer Skala von 1 bis 5 eingeschätzt, während gleichzeitig Lebensgewohnheiten und psychologische Merkmale wie Rauchen, Taillenumfang, Schlafqualität, Stresslevel und Optimismus untersucht wurden.

Basierend auf diesen Daten berechneten die Wissenschaftler einen „Schutzwert“ für jeden Teilnehmer. Es stellte sich heraus, dass Teilnehmer mit einem hohen Schutzwert – einschließlich solcher, die unter chronischen Schmerzen litten – ein jüngeres Gehirnalter aufwiesen, manchmal bis zu acht Jahre jünger als ihr tatsächliches Alter. Im Gegensatz dazu neigten Teilnehmer mit einem niedrigen Schutzwert dazu, ein „älteres“ Gehirn zu präsentieren als ihr chronologisches Alter.

Selbst nach zwei Jahren zeigten Teilnehmer, die einen gesunden Lebensstil beibehielten, weiterhin einen deutlichen Vorteil in Bezug auf das Gehirnalter, was auf die langfristigen Auswirkungen positiver Gewohnheiten auf die Gesundheit des Gehirns hinweist.

Zentrale Faktoren für den Schutz des Gehirns

  • Aufrechterhaltung guter Schlafhygiene
  • Beibehaltung eines gesunden Körpergewichts
  • Vermeidung von Rauchen
  • Effektives Stressmanagement
  • Pflege positiver sozialer Beziehungen

Den Forschern zufolge, obwohl chronische Schmerzen mit Veränderungen in der Gehirnstruktur verbunden sind, spielen Verhaltens-, soziale und psychologische Faktoren eine noch größere Rolle beim Altern des Gehirns – und was am wichtigsten ist, diese Faktoren sind veränderbar.

Die Wissenschaftler betonten, dass diese Ergebnisse mit früheren Studien übereinstimmen, einschließlich einer umfassenden Studie, die in The Lancet veröffentlicht wurde, welche schätzte, dass etwa 45% der Demenzfälle mit vermeidbaren Risikofaktoren in Verbindung stehen könnten.

Zu den identifizierten Risikofaktoren gehören:

  • Rauchen im mittleren Alter
  • Adipositas im mittleren Alter
  • Einsamkeit im Alter
  • Niedriges Bildungsniveau in der Jugend
  • Hörverlust
  • Hoher Cholesterinspiegel
  • Depressionen
  • Kopfverletzungen
  • Ungenügende körperliche Aktivität
  • Diabetes
  • Bluthochdruck
  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Luftverschmutzung
  • Sehschwäche

Die zentrale Botschaft der Studie ist eindeutig: Selbst im mittleren und höheren Alter kann die Annahme gesunder Lebensgewohnheiten einen erheblichen Einfluss auf die Gesundheit des Gehirns haben und den kognitiven Alterungsprozess verlangsamen.