Die Seltene Blüte Im Späten Januar: Der Koshou-Baum Auf Dem Tonbo-Berg, Fukuoka

Der Tonbo-Berg (oder auch Tonbō-yama) in Itoshima, Präfektur Fukuoka, ist bekannt für seine beeindruckende Aussicht auf das Meer und zieht selbst an Wochentagen viele Besucher an. In der letzten Januarwoche blühen hier die seltenen Blumen des Koshou-Baums. Es bietet sich an, diese schlichten Blüten in Verbindung mit dem grandiosen Blick auf den Genkai-Nada zu bewundern. Shinji Nakamura, der seit vielen Jahren über die Berge und die Natur Kyushus berichtet, erläutert die Anziehungskraft dieses Ortes.

Unerwartete Begegnungen

In einem Winter wanderte ich entlang eines Bergrückens und machte eine kurze Pause. Als ich meinen Rucksack ablegte, erblickte ich plötzlich eine weiße Blüte in der Ferne. „Was könnte das sein? In dieser Jahreszeit?“ Dachte ich und ging näher. Es war nicht etwa ein Wildkraut, sondern ein etwa einen Meter hoher Strauch, der an seinen Zweigen einige reinweiße Blüten trug. Sie schienen wie kleine Lichtquellen und verbreiteten einen leicht süßlichen Duft, der meine Nase kitzelte. Angesichts der unerwarteten Blüte in dieser kühlen Jahreszeit empfand ich eine angenehme Wärme, die mich berührte. Das war meine erste Begegnung mit dem Koshou-Baum und von da an begann ich, auf ihn zu achten.

Jedoch war es nicht einfach, diesen Baum zu finden. Er ist nicht weit verbreitet, und es gibt keine bekannten Vorkommen. Er wächst nicht im Hochland der Laubwälder, sondern ist meist in den schattigen, lichten Mischwäldern der niedrigen Berge zu finden. Zudem ist er oft nur in wenigen Exemplaren zu sehen, was die Begegnungen weiterhin unvorhersehbar macht.

Verwirrend ist dabei der Name „Koshou“, der nichts mit Pfeffer zu tun hat. Tatsächlich gehört der Koshou-Baum zur Familie der Azaleen und ist mit dem Gartenbaum „Daphne“ verwandt, der ursprünglich aus China stammt. Die Blütenform und der Duft sind sehr ähnlich. Der Hauptunterschied liegt darin, dass die Blüten beim Koshou nicht so dicht beieinander wachsen und sie reiner weiß sind. Im Vergleich dazu strahlen sie eine schlichte, zurückhaltende Schönheit aus, die nachvollziehbar macht, warum man in den Wintermonaten den Wunsch verspürt, sie zu besuchen.

Ein Besuch Beim Koshou-Baum

Der Tonbo-Berg, dessen Name auf die historische Verbindung zu einem Tempel zurückgeht, befindet sich an der Westakante des Seburi-Gebirges an der Grenze zwischen Saga und Fukuoka, mit einer Höhe von 535,2 Metern. Er ist bekannt für seine hervorragende Aussicht auf das Genkai-Nada. Ein besonders eindrucksamer Ausblick ist vom großen Felsen (Bōzu-Iwa) auf dem Gipfel möglich, von wo aus man eine uneingeschränkte 360-Grad-Panoramaaussicht genießen kann, was den Berg selbst an Wochentagen zu einem beliebten Ziel für Wanderer macht.

Es führen mehrere Wanderwege zu diesem Gipfel: 1) The Nakamura-Route von der Fukuoka-Seite, 2) Die Shikaga-Route, 3) Die Grenzroute ab dem Shiraki Pass sowie 4) Die Daishiraki-Route von der Saga-Seite. Allerdings sind die Wanderrouten 2 und 4 weniger frequentiert.

Die aller kürzeste Route führt über den Grenzweg, doch hier dauert die Wanderung hin und zurück nur etwa 30 Minuten, was wenig herausfordernd ist und sich eher an Anfänger richtet. Die Hauptroute, der Nakamura-Weg, zieht Wanderer in der Regel von den Bahnhöfen JR Fukuyoshi oder dem kostenlosen Parkplatz nahe dem öffentlichen Badehaus „Mamushi-no-Yu“. Obwohl man etwa 45 Minuten auf Landstraßen zum Ausgangspunkt benötigt, folgt der Wanderweg einem gut markierten Verlauf, sodass man sich kaum verirren kann. Der Höhenunterschied von etwa 500 Metern zieht oft Familien mit kleinen Kindern an.

Außerdem ist die Gelegenheit, die seltenen Koshou-Baumblüten zu sehen, ein weiterer Grund, diesen Berg in dieser Jahreszeit zu besuchen. Die niedrig wachsenden Koshou-Bäume gehören zur Familie der Daphne und kommen von der südlichen Kanto-Region bis Okinawa vor, jedoch sind sie selbst in der wärmeren Umgebung Kyushus eher selten.

Wer in gemächlichem Tempo den Nakamura-Weg entlang wandert, begegnet jedenfalls immer wieder den verstreuten Bäumen am Wegesrand. Diese schlichten, weißen Blüten mit ihrem einzigartigen Duft hinterlassen schließlich einen bleibenden Eindruck, insbesondere in Verbindung mit der grandiosen Aussicht vom Gipfel.

Karte & Daten

Dieser Artikel handelt vom folgenden Berg:

Profil

Shinji Nakamura

Im Jahr 2001 gründete er mit dem Lighthouse Publishing das erste Bergmagazin Kyushus, die vierteljährliche Ausgabe „GREEN WALK“, und war 11 Jahre lang Chefredakteur. 2013 initiierte er die vierteljährliche Publikation „Noboro“ bei der West Japan Newspaper Company und war dort 6 Jahre tätig. Derzeit arbeitet er als freiberuflicher Redakteur und Schriftsteller, um die Anziehungskraft der Berge und der Natur Kyushus durch Magazine und Online-Plattformen zu vermitteln. Zu seinen Hobbys zählen das Wandern im Wald und die Fotografie.

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