Am Freitagabend, den 19. Januar 2026, zeigte der Himmel über dem Cadore eine ungewöhnliche und eindrucksvolle Färbung. Die Aufnahmen wurden vom Belvedere del Roccolo di Sant’Alipio, einem natürlichen Aussichtspunkt im Herzen der Dolomiten, gemacht, von dem aus man die Dörfer im Zentrum des Cadore und die Marmarole-Gruppe betrachten kann, die von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt ist.
In dem von Alessandra Masi aufgenommenen Foto, welches in der Vergangenheit sogar vom NASA für das Bild des Tages ausgewählt wurde, ist eine auffällige rote Leuchtkraft am Himmel zu sehen, die von einem grünen Streifen am Horizont begleitet wird. Dieses Phänomen kann nicht durch gewöhnliche Wetterbedingungen erklärt werden. Tatsächlich handelt es sich um eine Nordlichterscheinung, ein Ereignis, das normalerweise nur in den Regionen nahe dem Polarkreis sichtbar ist, aber in diesem Fall bis in die italienischen Alpen vordrang, was in der Vergangenheit sehr selten vorkam.
Was geschah: Die Aktivität der Sonne
In den Tagen vor dem Ereignis durchlief die Sonne eine Phase intensiver Aktivität, in der sie eine große Menge geladener Partikel durch einen Sonnensturm ausstieß. Als diese Partikel die Erde erreichten, interagierten sie mit dem Erdmagnetfeld und führten zu einer geomagnetischen Störung.
Solch ein Phänomen kann das Gebiet, in dem das Nordlicht sichtbar wird, erweitern und es auch in deutlich niedrigeren Breitengraden sichtbar machen, wie im Falle Norditaliens und der Dolomiten.
Was sind Nordlichter?
Die Nordlichter sind ein atmosphärisches Lichtphänomen, das in der hohen Atmosphäre der Erde auftritt. Einfach ausgedrückt: Die Sonne stößt geladene Partikel aus, die durch den Weltraum reisen. Wenn sie die Erde erreichen, werden sie durch das Magnetfeld in die Polarregionen gelenkt. Dort treffen sie auf die Gase in der Atmosphäre, insbesondere auf Sauerstoff und Stickstoff, die in Reaktion Licht emittieren.
Das Ergebnis ist ein leuchtendes Schauspiel, das dem Licht von Neonlampen ähnelt, bei dem die Energie in Farbe umgewandelt wird.
Warum erscheint der Himmel rot und grün?
Die Farben der Aurora hängen von der Art der beteiligten Gase und der Höhe ab, in der die Interaktion stattfindet. Das grüne Licht wird durch Sauerstoff in niedrigeren Höhen erzeugt, während das rote Licht, das in den vom Cadore aufgenommenen Bildern besonders auffällig ist, durch Sauerstoff in höheren Regionen der Atmosphäre verursacht wird. In einigen Fällen können auch violette oder bläuliche Schattierungen erscheinen, die mit der Präsenz von Stickstoff verbunden sind.
Die Dominanz des Rot deutet darauf hin, dass die Aurora aus großer Entfernung beobachtet wurde, was eine typische Eigenschaft intensiverer Ereignisse ist.
Wo kann man Nordlichter beobachten?
Normalerweise sind Nordlichter in den Regionen nahe dem Polarkreis sichtbar, wie etwa in Norwegen, Schweden, Finnland und Island. Während jedoch besonders starker Sonnenstürme kann das Phänomen nach Süden vordringen und auch in Mitteleuropa und seltener in den italienischen Alpen sichtbar werden.
Um sie zu sehen, sind einige günstige Bedingungen entscheidend: ein klarer Himmel, keine Wolken und wenig Lichtverschmutzung – Merkmale, die typisch für Bergregionen wie das Cadore sind.
Ein seltenes und bedeutendes Ereignis
Die Nordlichter, die am Abend des 19. Januar 2026 über den Dolomiten beobachtet wurden, sind ein seltenes Ereignis für Italien und stehen als konkretes Beispiel für den Einfluss, den die Sonnenaktivität auf unseren Planeten hat. Geomagnetische Störungen können nicht nur spektakuläre visuelle Effekte erzeugen, sondern auch Satelliten, GPS-Systeme und Funkkommunikationen stören, weshalb Wissenschaftler sie ständig überwachen.











