Die Frage, ob ein harter Winter tatsächlich zu weniger Mücken und Zecken im Sommer führt, beschäftigt viele Menschen jedes Jahr, wenn die Temperaturen unter den Nullpunkt fallen. In einem offenen Vortrag im Internet-Radio RMF24 erklärt Dr. habil. Paweł Sienkiewicz, Professor an der Universität für Naturwissenschaften in Posen, dieses Thema und führt uns in die faszinierende Welt des Winterlebens der Insekten ein. Er zeigt auf, wie das Überwintern von Insekten – von Marienkäfern bis zu Mücken – wirklich aussieht und welche Faktoren die Populationen im kommenden Jahr beeinflussen.
Winterverhalten der Insekten
Insekten verbringen den Winter in einem Zustand der Diapause, in dem sie verschiedene Schutzorte nutzen: In der Erde, unter Laub, in Holz oder sogar in unseren Häusern.
- Bei Wespen und Hummeln überlebt nur das befruchtete Weibchen, während der Rest der Kolonie stirbt.
- Marienkäfer und Goldaugen überwintern häufig in Gruppen in Ritzen und Häusern.
- Ob Frost in polnischen Bedingungen Mücken und Zecken eliminiert, ist das Thema dieses Artikels.
Ein Blick auf die Fortpflanzung von Insekten
Der Winter ist eine Zeit, in der viele von uns erleichtert an das Ende von lästigen Mücken und gefährlichen Zecken denken. Die allgemeine Meinung besagt, dass niedrige Temperaturen eine natürliche Methode zur Reduzierung der Population dieser unerwünschten Gäste sind. Doch ist das tatsächlich so?
Dr. Sienkiewicz, Entomologe und Professor an der Universität für Naturwissenschaften in Posen, nimmt die Zuhörer mit auf eine Reise durch die winterliche Welt der Insekten und Spinnentiere, indem er verbreitete Mythen widerlegt und wissenschaftliches Wissen teilt. Als wechselwarme Organismen sind Insekten Meister der Anpassung an schwierige Bedingungen. Im Winter verfallen die meisten von ihnen in einen Zustand der Diapause, während dem ihr Stoffwechsel signifikant verlangsamt wird.
Die Anpassungsfähigkeiten der Insekten
„Insekten sind biologisch auf diese Winterzeit vorbereitet“, erklärt Professor Sienkiewicz. In ihren Körpern steigt die Konzentration von Zuckern und Glykol, Substanzen, die wie natürliche Frostschutzmittel wirken. Sie überwintern in verschiedenen Stadien – als Larven, Eier oder erwachsene Tiere, abhängig von der Art.
Einige Insekten, wie die Schnee-fliegen, sind sogar bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt aktiv. Die Natur liebt es, Ausnahmen zu machen, und deshalb ist sie so schwer zu kategorisieren, bemerkt der Professor.
Überwinterungsorte der Insekten
Die Wahl der Überwinterungsorte durch Insekten ist sehr vielfältig. Einige verstecken sich im Boden, unter Laub, in faulen Baumstämmen oder in Baumhöhlen. „Im Wald ist dies ein sehr wichtiges Überwinterungsgebiet für viele Insekten“, unterstreicht der Experte. In Städten und Dörfern finden viele Insekten Unterschlupf in Fensterspalten, Garagen und sogar in unseren Häusern. Deshalb können wir im Herbst Marienkäfer oder Goldaugen beobachten, die versuchen, ins Innere von Gebäuden zu gelangen.
Soziale Insekten und ihre Überwinterung
Eine interessante Beobachtung betrifft die Überwinterung sozialer Insekten wie Wespen und Hummeln. Aus der gesamten Kolonie überlebt nur das befruchtete Weibchen den Winter; die restlichen Individuen sterben vor den Frostperioden. Der Verlust eines solchen Weibchens, das sein Nest noch nicht wieder neu aufgebaut hat, ist ein erheblicher Verlust für die Population, betont Dr. Sienkiewicz und warnt vor möglicher Gefährdung bei der Gartenarbeit im Frühling.
Einfluss der Umwelteinflüsse auf Insekten
Ein entscheidendes Signal für die Insekten ist die Tageslängenänderung. Diese beeinflusst zusammen mit der Temperatur die Prozesse zur Vorbereitung auf die Überwinterung. Hormonelle Veränderungen aktivieren die Produktion von Substanzen, die vor Frost schützen, und verlangsamen den Stoffwechsel.
„Ich würde hier nicht mit besonderen Nachgiebigkeiten von Seiten der Natur rechnen“, sagt der Entomologe. Mücken und Zecken, die sich taxonomisch unterscheiden (Zecken sind Spinnentiere!), sind hervorragend an die Winterbedingungen in unserem Klima angepasst. Sie überwintern in Baumhöhlen, Bauen, unter Laub und zunehmend in den Ecken unserer Häuser. Professor Sienkiewicz weist darauf hin, dass nicht die Kälte, sondern vielmehr natürliche Feinde, Parasiten und Krankheiten einen größeren Einfluss auf die Bestände dieser Arten haben.
Ein kurioses Winterphänomen
Interessanterweise kann selbst ein besonders strenger Winter die Mückenpopulation nicht signifikant reduzieren. „Ich kann mir vorstellen, dass selbst bei Temperaturen von minus achtzig oder minus hundert Grad Celsius…“, scherzt der Experte und betont, dass solche extremen Bedingungen unrealistisch sind.
Die globale Erwärmung bringt Unruhe in die Lebenszyklen der Insekten. Zu milde Winter und Dürrezeiten könnten paradox die Mückenpopulation verringern, da sie die Brutstätten einschränken. Allerdings begünstigt die globale Erwärmung auch das Auftreten neuer invasiver Arten, wie die Tigermücke, die bereits in Westeuropa auftaucht. Professor Sienkiewicz warnt: „Polen könnte wieder in eine malariaerkrankte Zone geraten, was bedeutet, dass die Gefahr von Malaria real wird.“
Schutzmaßnahmen gegen Mücken und Zecken
Der Experte rät: „Wenn es um Mücken geht, haben wir verschiedene Repellentien, insbesondere solche mit DEET, die recht wirksam sind. Bei Zecken ist die richtige Bekleidung am wichtigsten, und nach dem Verlassen des Gebiets sollte der Körper gründlich inspiziert werden. Eine Zecke benötigt etwa 24 Stunden, um wirklich gefährlich zu werden, weshalb schnelles Handeln entscheidend ist.“











