Erkundung der Küste von New York: Ein ‚Schatz‘, der eine Megastadt für 800 Jahre versorgen könnte

Ein riesiger Süßwasserreservoir, der unter dem Meeresboden vor der Küste von New York verborgen ist, hat aufgrund seiner Größe die wissenschaftliche Debatte angestoßen. Erste Beweise deuten auf ein Volumen hin, das potenziell in der Lage ist, die Millionen Einwohner der Stadt für 800 Jahre zu versorgen – jedoch stets unter theoretischen Annahmen.

Die Informationen basieren auf Daten, die während einer kürzlich durchgeführten ozeanographischen Kampagne gesammelt wurden. Die Arbeiten greifen Hinweise auf, die bereits vor Jahrzehnten beschrieben wurden, und unterziehen diese einer direkten Überprüfung durch die Entnahme von Proben, um die tatsächliche Dimension des Systems und seinen möglichen Ursprung besser zu definieren.

Geographische Ausdehnung des Aquifers

Die Forscher sind der Ansicht, dass dieses unterseeische Aquifergen im Verlauf von New Jersey bis zur Küste von Maine reichen könnte. Diese geologische Kontinuität, die sich derzeit in einer detaillierten Evaluierung befindet, legt nahe, dass es sich um ein deutlich umfangreicheres Reservoir handelt als ursprünglich angenommen, basierend auf verfügbaren historischen Aufzeichnungen.

Bohrungen und Probenentnahme auf hoher See

Die Kampagne, bekannt als Expedition 501, erstreckte sich über einen Zeitraum von drei Monaten und umfasste Bohrungen an drei Punkten vor Nantucket und Martha’s Vineyard. Insgesamt haben die Teams etwa 50.000 Liter Wasser aus dem Untergrund gewonnen, eine erhebliche Menge zur Vergleichung der physikalisch-chemischen Eigenschaften zwischen den verschiedenen Bereichen.

Eine Expedition vor der Küste von Massachusetts hat die Existenz eines Süßwasserreservoirs unter dem Meeresboden bestätigt. Die Wissenschaftler beginnen nun zu verstehen, wann und wie es entstanden ist.

Die Bohrungen erreichten Tiefen von bis zu 400 Metern unter dem Ozeanboden und durchdrangen Schichten von Sedimenten, bis sie einen Bereich mit gesättigtem Süßwasser entdeckten. Darüber beschrieben die Wissenschaftler salzhaltigere Materialien sowie hohe Gehalte an Ton und Schluff, die dazu beitragen, das Meerwasser vom darunter liegenden Reservoir zu trennen.

Salzgehalt und Systemverhalten

Die Messungen des Salzgehalts liefern einen entscheidenden Hinweis auf das Verhalten des Systems: In Küstennähe liegt der gemessene Salzgehalt bei etwa 1 Promille, während er im offenen Meer allmählich ansteigt. Dennoch bleibt der Salzgehalt in den entnommenen Bereichen unter dem typischen Wert des Ozeans, was die Hypothese eines differenzierten Reservoirs unterstützt.

Gletschers Ursprung und zukünftige Ergebnisse

Vorläufige Analysen, die auf Radiokohlenstoff, edlen Gasen und Isotopen basieren, deuten auf einen Ursprung, der mit der letzten Gletschereiszeit vor etwa 20.000 Jahren verbunden ist. Die zentrale Idee ist, dass Schmelzwasser, das durch das Gewicht der Eismassen unter Druck gesetzt wurde, in den Untergrund eindrang und unter undurchlässigen Sedimenten eingeschlossen wurde, als der Meeresspiegel anstieg.

Das wissenschaftliche Team untersucht weiterhin das Alter der Sedimente, den porösen Raum und andere Indikatoren, die es ermöglichen, die Größe des Reservoirs und seine Entwicklung genauer zu bestimmen. Die Forscher betonen, dass das unmittelbare Ziel darin besteht, das System zu verstehen, um eine solide Basis für künftige Entscheidungen zu schaffen und voreilige oder falsch informierte Interpretationen zu vermeiden.