Erste Gletscher-Eisarchiv in der Antarktis eröffnet

Ein internationales Forscherteam hat in der Antarktis das erste Archiv für Gletschereis eingeweiht, wie DPA berichtete, zitiert von Agerpres. Ziel des Projekts ist es, Proben von gebirglichem Eis, die durch den Klimawandel bedroht sind, für zukünftige Generationen zu bewahren.

Die ersten Exponate, die in speziell für diesen Zweck angelegten Eiskammern mit einer Temperatur von minus 51 Grad Celsius aufbewahrt werden, bestehen aus zwei Eisblöcken, die aus den Alpen stammen. Diese Proben, gewonnen vom Mont Blanc und Grand Combin, sind nun in einer 35 Meter langen Höhle untergebracht, die fünf Meter hoch und breit ist und in die Schneeschichten nahe der französisch-italienischen Forschungsstation Concordia eingegraben wurde.

Erweiterung des Archivs

Geplant ist, auch Eisblöcke aus den Anden, dem Pamir-Gebirge und dem Kaukasus in diesem Archiv zu lagern. In den nächsten 20 Jahren werden insgesamt 20 Gletscherproben hier aufbewahrt, teilte eine Sprecherin des Forschungsprojekts „Ice Memory“ mit. Einige Eisproben wurden bereits entnommen, befinden sich jedoch weiterhin in Kühllagerräumen und werden analysiert.

Bedeutung des Projekts

„Diese Eisblöcke sind ähnlich einer Zeitkapsel; sie enthalten die Atmosphäre der Vergangenheit. Sie werden für die kommenden Jahrzehnte und Jahrhunderte aufbewahrt und sind vor dem Risiko des Schmelzens geschützt“, erklärten die Projektverantwortlichen in einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme. An diesem Projekt sind Experten aus Italien, Frankreich und der Schweiz beteiligt.

Daten über den Gletscherschwund

Im vergangenen Jahr berichtete der Globale Gletscherüberwachungsdienst (WGMS) der Universität Zürich, dass die Gletscher seit 1976 fast 9.200 Gigatonnen Eis verloren haben. Diese Menge entspricht einem Eisblock mit einer Dicke von 25 Metern in der Größe Deutschlands.

Transport der Eisblöcke

Die Reise der beiden Eisblöcke zum Südpol begann Mitte Oktober. Die 1,7 metertonnen schweren Eisblöcke wurden mit einem Schiff transportiert und bei minus 20 Grad Celsius gelagert. Anschließend wurden die Proben mittels eines speziellen Fluges transportiert, der ebenfalls sicherstellen musste, dass die kostbare Fracht nicht erhitzt wird.