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Jahrhundertelang gab es Orte auf der Erde, die anscheinend immun gegen eines der lästigsten Insekten, die Stechmücke, waren. Island, bekannt für seine Isolation und extremen Wetterverhältnisse, war einer dieser wenigen Rückzugsorte. Doch diese Privilegien sind nun vorbei.
Ein kürzlich gemachter Fund hat zum ersten Mal in der Geschichte die Existenz von Stechmücken in diesem Land bestätigt, was die Wissenschaftler als ein klares Indiz für den Fortschritt des Klimawandels werten.
Island, das letzte Refugium ohne Stechmücken, spiegelt jetzt die Realität des neuen klimatischen Normalzustands wider. Diese Situation verdeutlicht, wie Veränderungen in den klimatischen Mustern neue Migrationsrouten für Arten eröffnen, die biologische Geografie des Planeten neu gestalten und somit neue Herausforderungen für den öffentlichen Gesundheits- und Artenschutz in den kältesten Regionen der Welt hervorrufen.
Das Problem geht über eine bloße Belästigung hinaus: Mit der Ausweitung des Verbreitungsgebiets dieser Insekten steigt das Risiko, dass tropische Krankheiten, wie Zika oder Dengue, dahin gelangen, wo es historisch kälter war. Dies ist ein globales Warnsignal, das auf die direkte Verbindung zwischen Klima und globaler Gesundheit hinweist.
Die natürlichen Abwehrkräfte Islands gegen den Klimawandel
- Historischer Faktor: Isolation
- Aktueller Faktor: Klimawandel
- Kurzfristige Frost-Tau-Zyklen haben die larvalen Entwicklungen bisher blockiert.
- Kältere Winter und längere Tauperioden ermöglichen, dass flüssiges Wasser bestehen bleibt.
- Natürliche geographische Isolation der Insel und keine Zugangswege.
- Mögliche Zugangsway durch Schiffe im Hafen von Grundartangi (menschlicher Transport).
- Extrem kalte Temperaturen, die das Überleben invasiver Arten verhinderten.
- Die Arktis erwärmt sich bis zu viermal schneller als der Rest des Planeten.
Stechmücken erstmals in Island: Ein Warnsignal für den Klimawandel
Die als historisch bewertete Entdeckung ergab sich Mitte Oktober in Kiðafell, einer Gegend der Gemeinde Kjós im Süden des Landes. Laut einem Bericht von The Guardian wurden drei Exemplare von Björn Hjaltason, einem Entomologie-Enthusiasten, gefangen, der häusliche Fallen benutzt, die mit Wein durchtränkten Schnüren hergestellt waren.
Hjaltason bemerkte das ungewöhnliche Insekt am Abend des 16. Oktober und beschloss, es für die Analyse zu konservieren. Später bestätigte Matthías Alfreðsson, ein Entomologe am Naturwissenschaftlichen Institut von Island, dass es sich um die Art Culiseta annulata handelte, eine Stechmücke, die für ihre bemerkenswerte Kältebeständigkeit bekannt ist.
Diese Identifizierung war ein Meilenstein: Erstmals wurde die Präsenz aktiver Stechmücken nachgewiesen, die potenziell an das isländische Klima angepasst sind, und größer als die in Flugzeugen gefundenen inaktiven Exemplare, die früher im Land landeten.
Culiseta annulata: Die Stechmücke, die im isländischen Frost überlebt
Die Art Culiseta annulata ist in Nordeuropa verbreitet und zeichnet sich durch ihre Fähigkeit aus, bei sehr niedrigen Temperaturen zu überleben. Nach Angaben von Alfreðsson werden diese Stechmücken über den Winter in Kellern, Ställen oder Lagerräumen überdauern, in denen die Temperaturen über dem Gefrierpunkt liegen. Diese Hibernationsfähigkeit könnte ihnen ermöglichen, dauerhafte Kolonien in Island zu gründen.
Hjaltason selbst hat angedeutet, dass der Hafen von Grundartangi, der sich in der Nähe des Gebiets befindet, in dem die Exemplare gefangen wurden und einen regelmäßigen Schiffsverkehr hat, der Ursprung der ersten Stechmücken gewesen sein könnte, so EFEverde. Dennoch könnte der entscheidende Faktor, der ihr Überleben erleichtert, weniger der menschliche Transport als der allmähliche Temperaturanstieg in der Region sein.
Der Klimawandel beschleunigt die Einführung neuer Arten in die Arktis
Nach Angaben von The Guardian erwärmt sich die Arktis bis zu viermal schneller als der Rest des Planeten. Dieses Phänomen verändert das klimatische Gleichgewicht in Island, wo die Winter weniger kalt sind und die Perioden des Auftauens länger werden. Diese Veränderungen verlängern die Zeit, in der Wasser flüssig bleibt, was eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung der Stechmückenlarven ist.
Abgesehen von der Erleichterung des Eindringens dieser Insekten hat die Erwärmung auch zum Rückgang der Gletscher und zum Auftreten von marinen Arten geführt, die typischerweise in gemäßigteren Breiten vorkommen, wie Makrelen. Für die Wissenschaftler ist die Präsenz von Culiseta annulata in Island eine Warnung, dass selbst die entlegensten Ökosysteme nicht vor den Auswirkungen des Klimawandels geschützt sind.











