Francesca Ferlaino: Österreichische Wissenschaftlerin des Jahres

Die italienische Quantenphysikerin Francesca Ferlaino wurde von der Österreichischen Gesellschaft für Wissenschaftsjournalismus und Bildung zur „Österreichischen Wissenschaftlerin des Jahres“ ernannt. Seit 2006 ist sie in der experimentellen Physik an der Universität Innsbruck tätig und seit 2014 wissenschaftliche Direktorin des Instituts für Quantenoptik und Quanteninformation in Innsbruck.

Anlässlich des Internationalen Jahres der Quantenwissenschaft wurde Ferlaino für ihre Bemühungen ausgezeichnet, ihre wissenschaftlichen Arbeiten über exotische Zustände der Quantenwelt einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

„Ich war immer der Überzeugung, dass Wissenschaft keine einsame Anstrengung ist, sondern ein gemeinsames Gut, dessen Wert wächst, wenn Wissen ausgetauscht und kommuniziert wird“, kommentierte Ferlaino. „Diese Auszeichnung hebt besonders die Bedeutung der wissenschaftlichen Kommunikation hervor und die Rolle, die sie spielt, um Forschung für die Gesellschaft relevant zu machen. Ich bin besonders stolz, wenn ich durch meine Arbeit zu einem besseren Verständnis der Relevanz der Grundlagenforschung beitragen konnte.“

„Es ist entscheidend, wissenschaftliche Arbeiten verständlich zu kommunizieren, um das Vertrauen in die Wissenschaft zu stärken. Wir sind stolz darauf, Ferlaino in unseren Reihen zu haben, nicht nur als hochqualifizierte Wissenschaftlerin, sondern auch als ausgezeichnete Kommunikatorin, die sich engagiert im Dialog mit der Öffentlichkeit“, sagte Heinz Faßmann, Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Ferlaino studierte Physik an der Universität Federico II in Neapel und promovierte 2004 an der Universität Florenz und am Europäischen Labor für nichtlineare Spektroskopie. 2006 kam sie als Postdoktorandin nach Innsbruck, um im Forschungsteam von Rudolf Grimm zu arbeiten, der 2009 zum Wissenschaftler des Jahres in Österreich gekürt wurde.

Die Forschung von Ferlaino konzentriert sich auf quantenmechanische Phänomene in ultrakalten atomaren Gasen. In den letzten Jahren hat sie sich insbesondere mit den stark magnetischen und bislang wenig untersuchten Atomen von Erbium und Dysprosium beschäftigt. Im Jahr 2020 gelang es ihr und ihrem Team, im Labor die ersten langlebigen supersolid Zustände zu schaffen, einen flüchtigen und paradoxen Materiezustand, in dem kristalline Ordnung und Superfluidität koexistieren.