In der Welt der Wissenschaft gibt es wohl keinen faszinierenderen Moment als die Entdeckung eines Objekts, dessen Eigenschaften überhaupt nicht in bekannte Kategorien passen. Dieses Mal handelt es sich um ein einzigartiges, dunkles Objekt, das sich 11 Milliarden Lichtjahre entfernt von uns befindet.
Nach neuesten Informationen hat ein internationales Team von Wissenschaftlern die Existenz eines untypischen Objekts nachgewiesen, das sich bisher im gravitationslinseierten System, das unter der Bezeichnung JVAS B1938+666 catalogiert ist, verborgen hielt. Die Masse dieses Objekts beträgt mehr als eine Million Sonnenmassen. Traditionelle Teleskope können dieses Objekt jedoch nicht wahrnehmen. Wissenschaftler sind besonders von dessen ungewöhnlicher gravitativer Wechselwirkung sowie seiner unbekannten Herkunft fasziniert.
Ein Team von Astronomen, geleitet von Dr. Simona Vegetti vom Max-Planck-Institut, führte eine detaillierte Analyse der Struktur des beschriebenen Objekts durch. Die Forscher stellten fest, dass der zentrale Teil dieser rätselhaften Masse einer schwarzen Löcher oder einem extrem dichten stellare Kern ähnelt, der etwa ein Viertel der gesamten Masse ausmacht. Umgeben ist sie von einer weiten, abgeflachten Scheibe, deren Strukturen bisher in keinem bekannten Himmelskörper beobachtet wurden.
Die JVAS B1938+666 Anomalie
JVAS B1938+666 ist ein System mehrerer gigantischer Objekte, die sich zwischen 6,5 und 11 Milliarden Lichtjahren entfernt befinden. Unter diesen bleibt das eine, das sich nicht im sichtbaren Spektrum beobachten lässt, am rätselhaftesten. Um die Verteilung seiner Masse zu verstehen, waren hochentwickelte Instrumente und komplexe mathematische Modelle erforderlich. Simona Vegetti betont, dass solche Studien eine enorme Herausforderung für Wissenschaftler darstellen, die versuchen zu verstehen, was sie tatsächlich betrachten.
Während ihrer Analysen beschloss das Team, die mithilfe von Radioteleskopen, darunter das Green Bank Telescope, gewonnenen Daten mit den Vorhersagen verschiedener Modelle der dunklen Materie zu vergleichen. Allerdings kann kein bestehendes Szenario die Anomalien erklären, die bei diesem speziellen Objekt beobachtet werden. Davide Massari vom Nationalen Institut für Astrophysik hebt hervor, dass die Massendichte dieses Objekts untypisch ist — stark in der Mitte konzentriert und sich deutlich über die Grenzen hinaus erstreckend, die in anderen Systemen bekannt sind.
Zukünftige Beobachtungen
Wissenschaftler hoffen, dass zukünftige Beobachtungen in anderen Strahlungsbereichen, etwa mit dem James-Webb-Teleskop, helfen werden, die Natur des Objekts besser zu verstehen. Falls es gelänge, sichtbares oder infrarotes Licht zu registrieren, könnte dies auf das Vorhandensein einer außergewöhnlich kompakten Zwerggalaxie hindeuten. Andernfalls könnte das Objekt das erste bekannte Beispiel einer neuen Klasse von Himmelskörpern darstellen, die mit dunkler Materie in Verbindung stehen.
Die vollständigen Ergebnisse der Forschung wurden Anfang Januar 2026 in der Zeitschrift „Nature Astronomy“ veröffentlicht.











