Das Risiko von hydrogeologischen Störungen in der Region Niscemi ist den Geologen seit langem bekannt. Dies beruht unter anderem auf vorhergehenden Vorfällen in der jüngeren Vergangenheit. Dennoch existiert für die sizilianische Gemeinde – wie für 50 % des nationalen Territoriums – keine geologische Karte im Maßstab 1:50.000, also eine moderne geologische Kartierung. Dies betont die Italienische Geologische Gesellschaft durch ihren Präsidenten Rodolfo Carosi und den Professor für Strukturgeologie und geologische Risiken an der Universität Catania, Carmelo Monaco.
Gefährdungsklassifizierung und geologische Hintergründe
Bereits zuvor war die Region als gefährdet (P4) klassifiziert worden. „Der Erdrutsch im westlichen Sektor von Niscemi ist eine komplexe Rutschung, die bereits in der Kartierung des Wassermanagementplans (P.A.I.) von Sizilien aus dem Jahr 2006 vermerkt war, unter der Kennzeichnung 077-2NI-079“, erklärte Monaco in einer Pressemitteilung der Italienischen Geologischen Gesellschaft. „Wie aus der entsprechenden angefügten Karte und der Tabelle mit den Störungslisten ersichtlich ist, war das Gebiet bereits als P4 (sehr hoch) eingestuft, wobei einige der Straßen und Wohnhäuser am Hang als R3-R4 (hoch-sehr hoch) eingestuft wurden.“
Aktuelle Entwicklungen und die Rolle von Drohnen
Die Situation wird durch den Einsatz von Drohnen beobachtet: „Der Erdrutsch erstreckt sich weiter, die Lage wird aus der Luft betrachtet“, berichteten Behörden. Das Gleiten der sandsteinhaltigen Schicht ist ein gigantisches Phänomen, das nur schwer zu kontrollieren ist. Es hat teilweise einen bereits bestehenden Erdrutsch aktiviert, der sich am 12. Oktober 1997 ereignete, und breitet sich nun weiter nach Norden aus. Dieser Vorfall wird verursacht durch das Gleiten der unter dem sandsteinartigen Piaster liegenden Tone, auf denen Niscemi erbaut ist.
Die Gefahren für die Bevölkerung
Monaco fügte hinzu: „Das Gleiten der Tone, die bei Feuchtigkeit wenig stabil sind, führt zum Abbau der wenig zementierten Sandsteine an der Basis und zum schrittweisen Rückzug des Erdrutsch-Hanges. Die am Rand des Abgrunds errichteten Wohnhäuser sind daher einem hohen Risiko ausgesetzt, und das fortschreitende Zurückweichen des Hanges könnte in Zukunft auch andere dahinterliegende Wohnungen betreffen.“
Notwendige Präventionsmaßnahmen
Die Zivilschutzbehörde für Niscemi hat gewarnt: „Alle Häuser in einem Bereich von 50–70 Metern werden einstürzen.“ Carosi schließt mit der Warnung: „Bereits in anderen Gebieten und in kritischen Zonen, die nicht durch ausreichende geologische Kenntnisse abgedeckt sind, sind ähnliche Vorfälle aufgetreten. Das ist ein ernstes Problem, und es ist dringend notwendig, dass die Politiker handeln. Ein korrektes Verständnis der Geologie des Gebiets ist für die Prävention von entscheidender Bedeutung.“











