Geothermische Erkundungen in Köln-Dellbrück: Bohrungen auf der Suche nach heißem Wasser

In den kommenden Wochen wird ein spezialisiertes Unternehmen auf einem ehemaligen Sportplatz in Köln-Dellbrück einen rund 20 Meter hohen Bohrer aufstellen. Ziel ist es, Gestein aus einer Tiefe von bis zu 1.000 Metern zu fördern.

Experten des Geologischen Dienstes gehen davon aus, dass sich unter der Stadt eine Kalksteinschicht mit Hohlräumen befindet. Die Forschung soll klären, ob in diesen Hohlräumen heißes Wasser vorkommt, was ein indikatives Zeichen dafür wäre, dass die Region für die Nutzung von Erdwärme geeignet ist.

Geologen schaffen Grundlagen für zukünftige Erdwärmeprojekte

Das Wasser in der Tiefe könnte potenziell für die Fernwärmeversorgung verwendet werden. Dies würde umweltfreundliche Heizmöglichkeiten für Kölner Wohnviertel bieten und die Abhängigkeit von Gas- oder Strompreisen verringern.

„Wir wollen herausfinden, was möglich ist“, erläutert Projektleiter Ingo Schäfer. „Stadtwerke oder Energieversorger müssen klären, ob sie auf Grundlage unserer Erkenntnisse Erdwärmeanlagen errichten wollen.“ Hierfür wäre es erforderlich, bis zu einer Tiefe von etwa 2.000 Metern zu bohren und das Wasser an die Oberfläche zu befördern.

München als Vorreiter im Bereich der Erdwärme

Das Wasser aus der Erde könnte über Wärmetauscher ein Fernwärmenetz beheizen. Dieses Netz würde heißes Wasser zur Beheizung von Wohnsiedlungen transportieren. In München sind die Stadtwerke bereits dabei, ihr Fernwärmenetz an Erdwärmebohrungen anzuschließen, was zeigt, dass in Köln-Dellbrück das Ziel der Bohrung darin besteht, wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen.

Lärmschutzmaßnahmen für Anwohner

Um die Beeinträchtigung für die Anwohner zu minimieren, wird die Bohrstelle in den kommenden Wochen mit Lärmschutzwänden ausgestattet. Der genaue Starttermin für die Bohrungen steht jedoch noch nicht fest.

Insgesamt wird erwartet, dass der Spezialbohrer etwa zwei bis drei Monate benötigen wird, um die Tiefe von 1.000 Metern zu erreichen. „Wir möchten die Anwohner nicht stören und müssen uns an strenge Lärmgrenzwerte halten,“ betont Schäfer.

Der Geologische Dienst plant, die Anwohner durch Versammlungen und über eine Webseite über das Projekt zu informieren. Zudem sollen Führungen auf dem Bohrplatz angeboten werden, sobald die Bohrmaschine in Betrieb genommen wird.

Quellen:

  • Geologischer Dienst NRW
  • Ingo Schäfer, Projektleiter des Bohrprogramms