Grönland: Alarmierende Entwicklungen durch das Schmelzen des Prudhoe-Doms

Wissenschaftler warnen vor den dramatischen Folgen des potenziellen Schmelzens einer riesigen Eiskuppel unter dem Inlandeis von Grönland. Diese Struktur, bekannt als der „Prudhoe-Dom“, erstreckt sich über 2.500 Quadratkilometer und hat an ihrer dicksten Stelle eine Höhe von bis zu 500 Metern. Das Schmelzen dieser Eiskuppel könnte den globalen Meeresspiegel um bis zu 73 Zentimeter anheben.

Im Rahmen des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus wurde festgestellt, dass jedes zusätzliche Zentimeter Anstieg des Meeresspiegels rund sechs Millionen Menschen zusätzlich von Überschwemmungen gefährden würde.

Studienergebnisse und historische Einblicke

Die Warnung betrifft die Ergebnisse einer Untersuchung der Universität Buffalo, die in Zusammenarbeit mit dem Projekt GreenDrill durchgeführt wurde. Die Forscher konnten durch spezielle Bohrungen aus 500 Metern Tiefe nachweisen, dass der Prudhoe-Dom bereits vor etwa 7.000 Jahren, während des frühen Holozäns, zuletzt geschmolzen ist. Zu diesem Zeitpunkt war das Klima nur geringfügig wärmer als heute.

Geowissenschaftler Jason Briner führt aus, dass die gegenwärtigen klima-ökologischen Veränderungen in Grönland zeigen, wie sensibel die Eiskuppel auf mildere Temperaturen reagiert. Er warnt: „Angesichts des menschengemachten Klimawandels ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie erneut zu schmelzen beginnt.“

Zukünftige Forschungsarbeiten

Das Forschungsteam plant, weitere Bohrungen durchzuführen, um genauere Vorhersagen hinsichtlich des Schmelzverhaltens des Eises in Reaktion auf die Klimakrise treffen zu können. Schließlich gilt: Je wärmer es wird, desto instabiler wird auch das Inlandeis von Grönland, was globale Auswirkungen haben wird. Bereits geringe Temperatursteigerungen könnten eine Kettenreaktion in Gang setzen und den Anstieg der Weltmeere beschleunigen.

Grönland und der globale Klimawandel

Der Klimawandel bewirkt eine signifikante Erwärmung Grönlands, wodurch der Eisschild in einem Rekordtempo schmilzt und somit zum globalen Anstieg des Meeresspiegels beiträgt. Gleichzeitig verändern sich die angrenzenden Meere durch das wärmer werdende, salzärmere und saurer werdende Wasser, was den Schmelzprozess zusätzlich beschleunigt und die hiesigen Ökosysteme erheblich unter Druck setzt.

Die rückläufigen Eismengen und Gletschertransformieren das alltägliche Leben der Bevölkerung. Dies hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Jagd und Fischerei. Forscher beobachten zudem massive Veränderungen in der Landschaft, der Tierwelt und im Klima.