Im Zeitalter der zunehmenden Globalisierung haben Wissenschaft und Technologie eine zentrale Rolle in der gesellschaftlichen Entwicklung eingenommen. Besonders hervorzuheben ist die künstliche Intelligenz (KI), die als eine der komplexesten und einflussreichsten Errungenschaften der Wissenschaft nicht nur die Wirtschaft und Industrie, sondern auch die Bereiche Kultur, Ethik und Religion beeinflusst. In einem säkularen Kontext wird die Frage von Religion und KI nicht aus einem Glaubensstandpunkt, sondern als ein Phänomen sozialer, kultureller und ethischer Natur betrachtet.
Säkularisierte Staaten erkennen Religion als einen persönlichen Glaubensraum an, der als Quelle kultureller und moralischer Werte im gesellschaftlichen Leben dient. In diesem Licht stellt die Entwicklung der KI neue Anforderungen an die Rolle der Religion in der Gesellschaft. Innerhalb technologischer Umgebungen präsentiert sich Religion als Institution, die Menschen spirituelle Stabilität, moralische Orientierung und soziale Harmonie offeriert.
Mit der Automatisierung vieler gesellschaftlicher Prozesse durch KI wird die Beziehung zwischen Mensch und Technologie zunehmend komplexer, wodurch die Bedeutung der Religion als ethische Dimension verstärkt wird. Hier wird Religion nicht als Gegner der Wissenschaft betrachtet, sondern als ein Faktor, der zur Erhaltung des gesellschaftlichen Gleichgewichts beiträgt.
Die weitverbreitete Nutzung von künstlicher Intelligenz wirft verschiedene Fragen der säkularen Ethik auf, darunter die Fairness von Algorithmen, den Datenschutz und die Transparenz bei Entscheidungsfindungen. Diese Fragestellungen besitzen nicht nur technische, sondern auch soziale Implikationen. An dieser Stelle harmonieren die historisch gewachsenen moralischen Prinzipien der Religion mit dem säkularen ethischen Diskurs und helfen, gemeinsame Werte zu definieren.
Aus einer säkularen Perspektive heraus ist es nicht angebracht, die Entscheidungen der künstlichen Intelligenz als absolute Wahrheiten zu akzeptieren. Die Verantwortung für die Gesellschaft liegt in den Händen des Menschen, während Technologie lediglich als Werkzeug fungiert. Diese Auffassung findet sowohl im religiösen als auch im säkularen Denksystem breite Unterstützung.
Künstliche Intelligenz wird in der Religionswissenschaft als Informations- und Organisationswerkzeug genutzt. Beispiele hierfür sind die Digitalisierung religiöser Texte, die Systematisierung historischer Daten, die Erstellung von Übersetzungen und die Erweiterung von Bildungsressourcen, in denen KI effektive Lösungen bietet.
Des Weiteren wird KI auch zur Förderung der religiösen Bildung, zur Bekämpfung von Extremismus und zur Auseinandersetzung mit Falschinformationen eingesetzt. In diesen Prozessen wird Technologie nicht als Mittel der Glaubensverbreitung, sondern als ein Instrument der Informationszugänglichkeit und Analyse angesehen.
Die Entwicklung der künstlichen Intelligenz beeinflusst unweigerlich das Weltbild der Gesellschaft. Konzepte wie Einzigartigkeit des Individuums, freie Wahl und Verantwortung beginnen, neu bewertet zu werden. In diesem Wandel zeigt sich Religion als stabilisierender Faktor in der Gesellschaft.
Säkular gesehen stellt Religion einen kulturellen Mechanismus dar, der den Menschen hilft, sich in der technologischen Umgebung nicht zu verlieren. Sie ersetzt nicht die wissenschaftliche Erklärung, sondern bietet soziale Antworten auf Fragen des Lebenssinns und moralischen Orientierungen.
In einer säkularen Gesellschaft unterstützt der Staat die Entwicklung der Wissenschaft und reguliert die Rolle der Religion im öffentlichen Raum rechtlich. In der Politik hinsichtlich der künstlichen Intelligenz ist das Gleichgewicht zwischen diesen drei Bereichen von Bedeutung. Während der Staat Kontrollmechanismen für Technologie einführt, verbessert die Wissenschaft deren Anwendungen, und die Religion beeinflusst die Bildung öffentlicher Meinungen und moralischer Werte.
Diese Interaktion zielt darauf ab, unter Wahrung säkularer Prinzipien eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft zu gewährleisten.
Mit dem zukünftigen Wachstum der Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz wird die Position der Religion in der säkularen Gesellschaft neu überdacht werden müssen. Auch wenn sie im Rahmen des persönlichen Glaubens verbleibt, wird sie als kulturelles Erbe und ethische Ressource ihre Bedeutung nicht verlieren. Künstliche Intelligenz wird in diesem Prozess nicht die Religion verändern, sondern sie an die neue soziale Realität anpassen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Gesellschaft die Phänomene der Religion im Rahmen der künstlichen Intelligenz in einem neuen Licht zeigt. In diesem Kontext wird Religion nicht nur als Glaubenssystem, sondern auch als soziale Institution wahrgenommen, die zur Aufrechterhaltung der moralischen und kulturellen Stabilität der Gesellschaft beiträgt. Künstliche Intelligenz stellt dabei ein mächtiges Werkzeug dar, das in dieser Gesellschaft genutzt wird.
Während die Wissenschaft den Verstand entwickelt, trägt die Religion im säkularen Raum zur Wahrung der sozialen Verantwortung und moralischen Orientierung bei. Diese Harmonie könnte die Grundlage für eine nachhaltige und harmonische Entwicklung der Gesellschaft im Zeitalter der künstlichen Intelligenz sein.
G. Bekzhan
Verwaltung für religiöse Angelegenheiten der Region Turkestan
Zentrum für die Erforschung religiöser Probleme











