Der Polarwirbel zeigt in den mittelfristigen Wettervorhersagen eine Tendenz zur Deformation und in einigen Szenarien zur Teilung in zwei Hauptlappen. Diese Konfiguration wird häufig als Bilobation bezeichnet und ähnelt einem tatsächlichen Splitting des Wirbels. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass dies nicht zwingend ein sicheres Anzeichen für ein Splitting darstellt, da ein Durchschnitt zwei Lappen suggerieren kann, auch wenn die einzelnen Mitglieder unterschiedliche Verhaltensweisen aufweisen.
Unter normalen Bedingungen präsentiert sich der Wirbel in der Stratosphäre (bei 10 hPa, etwa 30 km Höhe) als große kalte und relativ kompakte Struktur, die auf den Pol zentriert ist. Wenn jedoch die Planetarwellen, die aus der Troposphäre kommen, stark werden, kann der Wirbel entweder vom Pol abweichen (Displacement) oder deformiert und gestreckt werden (Elongation), bis er sich in zwei Hauptkerne (Bilobation) aufteilt.
Prognosen und Entwicklung der Bilobation
Die Ensemble-Modelle zeigen für die erste Februarwoche eine fortgeschrittene Bilobation. Ein Lappen befindet sich zwischen Kanada und Alaska, der andere zwischen Europa und Sibirien, mit einem warmen Höcker dazwischen, der die Struktur trennt. Eine signifikante Bilobation ist fast immer mit einem Wave-2-Muster verbunden. Dies bedeutet, dass der Wirbel nicht nur von einem, sondern von zwei verschiedenen Sektoren der Hemisphäre angegriffen wird. Wenn diese Schübe synchron arbeiten, wird die Struktur des Wirbels komprimiert und gedehnt, bis sie sich in zwei Lappen aufteilt.
Einflüsse und mögliche Auswirkungen
Im aktuellen Szenario zeigen die Prognosen einen starken Wärmefluss und einen sehr starken Moment zwischen 55°N und 75°N, insbesondere eine aufsteigende Strömung, die bis in die hoch liegende Stratosphäre reicht. Dies ist bedeutsam, da es bedeutet, dass die Troposphäre Energie in die Stratosphäre drängt. Ein Mechanismus, der die zonalen Winde verlangsamt und den Wirbel stört.
Ein Splitting oder eine Bilobation in der oberen Stratosphäre kann visuell eindrucksvoll sein und nur geringe Auswirkungen auf die Troposphäre haben, oder das Signal kann in tiefere Schichten absteigen und dabei die Troposphäre beeinflussen. Dieser Prozess wird als ‚Downwelling des NAM‘ bezeichnet und kann ein bis zwei Wochen in Anspruch nehmen. Wenn dies geschieht, erhöhen sich die Chancen auf einen wellenförmigen Jetstream, Blockaden in hohen Breiten und winterlichere Muster. Allerdings garantiert dies nicht Kälte im Mittelmeerraum, da dies davon abhängt, wie sich die Blockaden und Abschnitte positionieren und wie lange das Signal anhält. Wenn dies nicht eintritt, bleibt der Polarwirbel gestört, ohne ein troposphärisches Regime zu etablieren, und kann höchstens den Jetstream modulieren.
Aktueller Stand und Ausblick
Was können wir bis heute sagen? Nichts Konkretes über die Konsequenzen, lediglich eine Beobachtung dessen, was in den Vorhersagen geschieht. Wir warten auf die Entwicklungen und vor allem auf Bestätigungen.











