Punkte und Zecken: Zunahme und Bedeutung in Finnland

Die Verbreitung von Zecken hat in Finnland zugenommen, und sie breiten sich zunehmend in neue Gebiete aus. Im vergangenen Jahr haben die Finnen etwa 140.000 Zecken-begegnungen über den Dienst Punkkilive gemeldet. Diese Zahl stellt die zweithöchste Anzahl dar, seit die Plattform im Jahr 2021 in Betrieb genommen wurde, wie in einer Mitteilung der Universität Turku berichtet wird.

Forscher der Universität haben festgestellt, dass die hohen Meldezahlen ein direktes Zeichen für die Verbreitung von Zecken sind. Zecken gelten als ein konkretes Zeichen des Klimawandels. Laut dem Zeckenforscher, Docent Jani Sormunen, ermöglicht die Anwendung Punkkilive den Nutzern, Risikogebiete zu identifizieren und sich bewusster in der Natur zu bewegen, wodurch Zeckenkontakte vermieden werden können.

Durch die Meldungen auf der Webseite können Wissenschaftler verfolgen, wo und wann Menschen und Haustiere auf Zecken treffen. Allerdings können anhand dieser Daten keine spezifischen Zeckenarten oder die von ihnen übertragenen Krankheitserreger bestimmt werden. Um diese Informationen zu sammeln, sind Labortests und eine umfassende Sammlung von Zeckenproben erforderlich, so die Mitteilung.

In diesem Jahr starten die Forscher der Universität eine landesweite Zeckensammelaktion, bei der Bürger aufgefordert werden, die von ihnen entdeckten Zecken an die Wissenschaftler zu senden. Das Ziel dieser Aktion ist es, herauszufinden, welche Krankheitserreger von Zecken übertragen werden und welche Veränderungen in der Artenspektrum stattfinden.

Der vorherige Zeckensammelaktion der Zeckenforscher der Universität Turku fand im Jahr 2015 statt. Auch dieses Mal ermutigt das Forschungsteam die Bürger aktiv, während der gesamten Saison an der Zeckensammlung teilzunehmen. Gesammelt werden Proben aus ganz Finnland, wo Zecken gefunden werden, und es werden sowohl Zecken berücksichtigt, die von Menschen als auch von Haustieren entdeckt werden.

Ein weiteres Ziel der Bürgeroberfläche ist es, Informationen darüber zu erhalten, welche neuen Krankheitserreger von Zecken möglicherweise übertragen werden. Docent Eero Vesterinen von der Zeckenforschungsgruppe der Universität Turku weist darauf hin, dass die Fälle von Borreliose und zeckenübertragenen Enzephalitis in Finnland weiterhin stetig zunehmen. Im Jahr 2024 wurde zudem der erste Fall von Neoehrlichiose beim Menschen festgestellt, eine vom Zecken übertragene Bakterienart, die erst in den letzten zehn Jahren breitere Bekanntheit erlangt hat.