Die Feuchtgebiete in Chile stehen aufgrund menschlicher Aktivitäten und übermäßiger Nährstoffzufuhr unter ständiger Belastung. In diesem Zusammenhang haben Forschende der Universidad de O’Higgins (UOH) gemeinsam mit der Regionalregierung und lokalen Gemeinden eine Strategie zur ökologischen Restaurierung entwickelt. Der Plan umfasst die Verwendung von gezielt ausgewählten einheimischen Pflanzen, die eine hohe Fähigkeit zur Aufnahme von Stickstoff und Phosphor aufweisen, Elemente, die bei hohen Konzentrationen die Gesundheit dieser Ökosysteme gefährden.
Im Gegensatz zu ästhetisch motivierten Eingriffen konzentriert sich dieses Projekt auf eine aktive ökologische Funktion. Die Initiative ist Teil des „Laboratoriums für Feuchtgebietsökosysteme“, das über den Innovationsfonds für Wettbewerbsfähigkeit (FIC) der Regionalregierung von O’Higgins finanziert wird.
Umsetzung naturschutzbasierter Lösungen
Das Projekt hat die Diagnosetrappe überwunden und ist nun in die praktische Umsetzung übergegangen. Dies umfasst die Lieferung und Installation von 600 einheimischen Pflanzen an priorisierten Standorten. Laut Fachleuten gewährleistet die Verwendung von spezifischen Arten aus der jeweiligen Region, dass die Auswirkungen der Restaurierung langfristig anhalten.
Dr. Gemma Rojo, die Projektleiterin, erklärte den Übergang zur nächsten Phase: “Ich freue mich, dass wir heute vom Diagnoseprozess zum Handeln übergehen: Diese Phase zielt darauf ab, dass die Restaurierung tatsächlich installiert wird und nachhaltige Effekte hat. Wir arbeiten mit einheimischen Pflanzen, die für das Feuchtgebiet typisch sind, um dessen Bedeckung zu stärken und Schlüssel-Funktionen wie die Nährstoffrückhaltung und die Wasserqualität in Zusammenarbeit mit Kommunen und Gemeinschaften zu fördern.”
In ähnlicher Weise betonte Luis Araya, ein Mitglied des Forscherteams: “Das Ziel ist, dass diese Eingriffe nicht nur demonstrativ sind, sondern dauerhaft im Territorium verankert werden und auch nach Abschluss des Projekts weiterhin funktionieren, was zur Verbesserung der Wasserqualität und der Gesundheit des Ökosystems beiträgt.”
Territoriale Verteilung und wissenschaftliche Überwachung
Die Intervention erstreckt sich sowohl über Küsten- als auch über Binnengebiete der Region. Am Küstenaus ist die Laguna Petrel sowie die Laguna de Cáhuil (Pichilemu) betroffen. Im Binnenland konzentrieren sich die Maßnahmen auf den Stausee Rapel, speziell das Feuchtgebiet Llallauquén sowie den Bereich Cubeta de Alhué (Las Cabras), zusätzlich zu den Feuchtgebieten San José und Las Juntas (Pichidegua).
Um den Erfolg der Restaurierung sicherzustellen, führt das Team monatliche Monitoring-Maßnahmen durch, die physiko-chemische Wasseranalysen, Vogelzählungen und den Einsatz von Kamerafallen zur Evaluierung des Verhaltens lokaler Fauna umfassen.
Stephanie Vidal, die Umweltbeauftragte der Gemeinde Las Cabras, hob die Bedeutung dieser Maßnahmen für die lokale Identität hervor: “Das Feuchtgebiet von Llallauquén ist ein entscheidendes biologische Korridor für die Gemeinde. Die Restaurierung trägt zur Verbesserung der Wasserqualität, zur Förderung der Sauerstoffzufuhr und zur Stärkung eines Raums bei, der Teil unserer lokalen Identität ist.”
Gemeindebeteiligung an der Erhaltung
Der Erfolg der ökologischen Restaurierung hängt auch von der Beziehung zwischen den Anwohnern und ihrer natürlichen Umgebung ab. Das Projekt integriert soziale Organisationen, um Umweltbildung und Mitverantwortung für den Schutz der Feuchtgebiete zu fördern.
Manuel Santander, ein Vertreter der Agrupación Pro Mantención del Humedal, schätzte die Gelegenheit zur Beteiligung: “Wir möchten, dass die Gemeinschaft das Feuchtgebiet kennt, seinen Wert versteht und es schützt. Solche Aktionen ermöglichen es Kindern und Erwachsenen, sich der Biodiversität zu nähern und zu verstehen, warum es wichtig ist, sie zu schützen.”











