In der Nacht vergangene Nacht ab 21.30 Uhr erlebten die Salzburgerinnen und Salzburger einen atemberaubenden Anblick über dem Nachthimmel. Die Polarlichter erstrahlten in intensivem Rot und waren im gesamten Bundesland sichtbar. Astronom Helmut Windhager, der mit einer Gruppe von Besuchern in einer Führung auf der Sternwarte war, äußerte sich gegenüber SALZBURG24 begeistert über dieses seltene Naturereignis: „Wir haben gerade eine Führung auf der Sternwarte gemacht und dann begeistert festgestellt, dass die Polarlichter zu sehen sind.“
Die ungewöhnliche Stärke der Nordlichter
Die Nordlichter, die in der Regel ein Phänomen Skandinaviens sind, konnten unter den richtigen Bedingungen auch in Österreich bewundert werden. Der Experte Windhager betont: „Diesmal waren sie aber wirklich besonders kräftig.“ Das Naturschauspiel war überall dort besonders gut sichtbar, wo es dunkel war, da die Lichter an Standorten mit geringer Lichtverschmutzung klarer zur Geltung kommen. Die intensive rote Farbe war ein beeindruckendes Schauspiel.
Hoffnung auf mehr Nordlichter
Laut Christian Möstl, Leiter des Austrian Space Weather Office von GeoSphere Austria, war der Sonnensturm, der die nächtliche Lichtershow verursachte, von außergewöhnlicher Stärke. Dieser Sturm wies die höchste Feldstärke seit mindestens 31 Jahren auf. Zudem war es mit einer Geschwindigkeit von 1.178 Kilometern pro Sekunde der schnellste Sonnensturm im aktuellen Sonnenzyklus, der über die Erde fegte. Die ersten Informationen von Möstl deuten jedoch darauf hin, dass es sich bei diesem Ereignis nicht um den stärksten geomagnetischen Sturm des aktuellen Sonnenzyklus handelte. Dies hängt mit der Orientierung des Magnetfelds im Kern des Sturms zusammen.
Wer die nordischen Lichter am Montag verpasst hat, kann in den kommenden Tagen auf weitere beeindruckende Ausblicke hoffen. „In den nächsten Tagen soll es wieder schönes Wetter geben, also wird man sie nochmal sehen“, kommentiert der Astronom optimistisch. Für eine erfolgreiche Beobachtung ist es wichtig, einen möglichst dunklen Ort aufzusuchen und in Richtung Norden zu blicken.
Tipps zur Beobachtung der Polarlichter
Um die Lage frühzeitig einschätzen zu können, gibt Windhager den Salzburgerinnen und Salzburgern einen nützlichen Tipp: „Am einfachsten sind die Lichter mit dem Handy zu finden. Dort gibt es häufig Belichtungsvorschauen, und dann kann man die Farbe leichter erkennen.“ Ob die Polarlichter jedoch wieder so kräftig leuchten werden wie in der letzten Nacht, bleibt abzuwarten.
Was sind Polarlichter?
Polarlichter entstehen, wenn die Sonne elektrisch geladene Teilchen ins All schleudert, die als Sonnenwind die Erde erreichen. Unser Magnetfeld fängt diese Teilchen ab und lenkt sie zu den Nord- und Südpolen. Hierbei prallen sie in den oberen Schichten der Atmosphäre mit hohen Geschwindigkeiten auf Gasteilchen. Durch diesen Zusammenstoß werden die Gase angeregt und beginnen zu leuchten, ähnlich wie Gas in einer Neonröhre. Abhängig von der Höhe, in der die Teilchen auf Sauerstoff oder Stickstoff treffen, färbt sich der Himmel in magischen Grüntönen, Rottönen oder Violetttönen.











