Kot ist ein Thema, über das viele lieber nicht sprechen. Es wird als unangenehm und peinlich empfunden und gehört sicherlich nicht zu den Themen, die man am Esstisch mit Begeisterung anspricht. Heute stand es jedoch im Mittelpunkt eines Workshops mit dem Titel „Menschenkot: nützlich oder ekelhaft?“, der von der Fäkalienforscherin Marieke Meesters im Museum Terra Maris in Oostkapelle geleitet wurde.
„Früher gab es ein zirkuläres System, in dem Menschenkot zu Kompost verarbeitet wurde, aber mineralische Düngemittel haben sich als sehr effektiv erwiesen, um Pflanzen schnell wachsen zu lassen. Dadurch verschwand Menschenkot aus dem System“, erklärt Meesters. Sie untersucht, ob Menschenkot letztendlich wieder in den Kreislauf integriert werden kann. „In Menschenkot sind verschiedene Nährstoffe enthalten, die ihn genauso wirksam machen.“
Keine unangenehme Sauerei
Zum Glück wurde es nicht zu einer unangenehmen Sauerei; niemand musste mit den Händen in den Exkrementen wühlen. Stattdessen ging es hauptsächlich darum, wie bemerkenswert menschlicher Kot eigentlich ist. Während Menschen ihn so schnell wie möglich wegspülen möchten, nutzen Tiere ihren Kot, um zu kommunizieren. Sie markieren damit ihr Territorium und hinterlassen sogar Botschaften für Artgenossen.
Die Teilnehmerin Leonore Briët fand den Workshop äußerst lehrreich. „Menschenkot wird überhaupt nicht recycelt und fließt nicht zurück in unser ökologisches System, obwohl dies möglich wäre. Das wusste ich nicht.“ Meesters experimentiert bereits damit, indem sie ihren eigenen Kot kompostiert. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, das Ergebnis zu fühlen und zu riechen. „Es roch einfach nach Sand“, erzählt die sechsjährige Sophie.
Ein fruchtbares Ergebnis
Am Ende des Workshops erhielten die Teilnehmer ein Tütchen mit dem selbstgemachten Kompost. „Es soll sehr fruchtbarer Boden sein, also habe ich vor, darin eine kleine Pflanze einzusetzen“, sagt Briët. Der Workshop ergänzt die laufende Ausstellung im Museum über Tierkot und dessen Funktion, die noch bis einschließlich Mittwoch, den 1. April, zu sehen ist.











