Wichtige Entdeckung im Weltraum: Wahrscheinlichkeit für das Entstehen von Leben

Ein Team von Forschern hat einen entscheidenden Fortschritt in der Untersuchung der Kälte des Weltraums erzielt und dabei einen Prozess entdeckt, der unsere Auffassung vom Ursprung des Lebens verändert. Sergio Ioppolo und Alfred Thomas Hopkinson von der Aarhus University haben in Zusammenarbeit mit einem Forschungsteam nachgewiesen, dass Peptide, die essenziellen Bausteine von Proteinen, spontan in den eiskalten Staubwolken zwischen den Sternen gebildet werden. Dies widerspricht der bisherigen wissenschaftlichen Annahme, dass komplexe Moleküle erst nach der Bildung von Planeten entstehen können.

Sergio Ioppolo äußert sich dazu: „Wir haben gezeigt, dass dies eindeutig nicht der Fall ist.“ In ihrem Labor an der Aarhus University und am HUN-REN Atomki in Ungarn simulierten die Forscher die extremen Bedingungen interstellarer Staubwolken, einschließlich Temperaturen von minus 260 Grad Celsius, nahezu perfektem Vakuum und kosmischer Strahlung. Die Ergebnisse dieser Studie wurden am 20. Januar 2026 in der Fachzeitschrift Nature Astronomy veröffentlicht.

Bildung von Aminosäuren und Peptiden im Weltraum

In einer kleinen Kammer platzierten die Wissenschaftler die einfachste Aminosäure, Glycin, und bestrahlten diese mit kosmischer Strahlung, die aus einem Ionenbeschleuniger stammen. Das Ergebnis war bemerkenswert: „Wir sahen, dass die Glycin-Moleküle miteinander reagierten und Peptide sowie Wasser bildeten. Dies zeigt, dass derselbe Prozess im interstellaren Raum stattfindet“, berichtet Alfred Thomas Hopkinson.

Peptide sind Ketten von Aminosäuren und wenn sie sich miteinander verbinden, ergeben sie Proteine – komplexe Moleküle, die für das Leben, wie wir es kennen, unerlässlich sind. Die Erforschung der Vorläufer von Proteinen spielt daher eine zentrale Rolle im Hinblick auf den Ursprung des Lebens, so Ioppolo.

Folgen für die Suche nach Leben im Universum

Diese Entdeckung ist von großer Bedeutung, da sie darauf hinweist, dass essentielle Moleküle wohl weitaus häufiger im Universum vorkommen als bislang angenommen. Dies könnte erhebliche Auswirkungen auf die Suche nach Leben im Weltall haben. Die Gaswolken, in denen diese Moleküle entstehen, kollabieren letztlich zu Sternen und Planeten. Ioppolo erklärt: „Stück für Stück landen diese winzigen Bausteine auf felsigen Planeten innerhalb eines neu gebildeten Sonnensystems. Wenn sich diese Planeten zufällig in der habitablen Zone befinden, dann gibt es eine reale Wahrscheinlichkeit, dass Leben entstehen könnte.“

Allerdings betont der Forscher: „Wir wissen immer noch nicht genau, wie das Leben entstanden ist. Aber Forschungen wie unsere zeigen, dass viele der für das Leben notwendigen komplexen Moleküle auf natürliche Weise im Weltraum entstehen.“ Die chemische Reaktion, durch die sich Aminosäuren zu Peptiden verbinden, ist universell. „Alle Arten von Aminosäuren verbinden sich durch dieselbe Reaktion zu Peptiden. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass auch andere Peptide natürlich im interstellaren Raum entstehen“, sagt Hopkinson.

Das Forschungsteam und seine Ziele

Aminosäuren und Peptide sind nicht die einzigen Bausteine, die für Leben erforderlich sind. Auch Membranen, Nukleobasen und Nukleotide werden benötigt, und ob diese auch natürlich im Weltraum entstehen, ist noch unklar. Ioppolo und sein Team vom Center for Interstellar Catalysis sind bestrebt, diese grundlegenden Fragen zu klären. „Wir haben bereits entdeckt, dass viele der Bausteine des Lebens dort draußen gebildet werden, und wir werden in Zukunft wahrscheinlich noch mehr finden“, so Ioppolo.